Schäkel

Den Gittern fehlen Ösen, in beiden Fenstern. Für Fensterläden, grüne. Sie dämpfen etwas den Lärm der Fußgängerzone, nächtliche Schreie Betrunkener. Zürichs Puls geht laut. Die Profimusiker auf dem Bauschänzli lassen keinen Wies’n-Hit aus. Hölle, Hölle, Hölle. Auch nachbarschaftliche Blicke erblinden in Fensterläden. Nette Nachbarn, freundlich grüßend. Aus dem Fenster über den Köpfen der besichtigenden Touristen. „Dies ist die Altstadt.“

Kaufte vor Jahren einen Schäkel und einen Karabiner im hohen Norden. Ohne Grund, nur Andenken quasi. An Segeltörns auf der Schlei, mit gutmütigen Padua-Jollen. Großsegel und Fock sind mit Schäkeln und Karabinern befestigt. Beste und wohl auch teuerste Adresse für Segelequipment: Carl Julius, die gibt’s nicht einmal im Internet. Aber dort gibt’s Schäkel.

Der Schäkel schließt jetzt Fensterläden zu. Der Karabiner passt nicht durch die Gitter, der Schäkel ist da flexibler: Bolzen herausgeschraubt, Bügel durch die Gitterstäbe geschoben, Bolzen wieder festgeschraubt. Das klappt nicht, Karabiner. Respekt, Schäkel.

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2 Gedanken zu „Schäkel

  1. Ich würde ja zu gerne ein Bild der klappernden Spielgel sehen :-). Ein bißchen mehr Mühe bei den Fotos – ich kann ja den Schäkel, den teueren, ja gar nicht bewundern.

  2. Kommt davon, wenn man nur kurz daheim ist, im schönen. Foto aus früher Morgenstunde. Die Spiegeltüren sind so nett, nicht zu klappern oder zuzufallen. Spiegeln manchmal das Bild eines Menschen mit leuchtenden Augen, Freude über das schöne Heim.

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