Kreise

Ausgewaschen der Himmel. Jede Wolke wasserentleert, während der letzten zwei Tage. Graue Türme spiegeln sich im Kopfsteinpflaster, Fäden spannen sich vor der beleuchteten Brücke. Weiße Fäden, tausende. Kalte Regentropfen in der Hand riechen nach modrigem Wasser, zerbröseln wie Graupel. In der warmen Hand. Spaziergang am Ende der Woche. Am Flussufer, menschenleer, Freitag, um kurz nach acht.

Verstummt, die Möwenschreie am Morgen. Kein Ton bei zwei offenen Fensterflügeln, Seeluft umschmeichelt das Handtuch. Trotz niederstürmendem Regen. Wasser aus der Brause spielt Glockenspiel auf dem Abfluss.

Übermütige Lachmöwen tollten über dem Sportplatz. Vor 30 Jahren in der Schule Nord. Sah ihnen gern zu, sie picken, laufen, kreisen. Zogen Kreise über Köpfen der Erstklässler, an der Seitenauslinie.

Zürichsee mit Alpenblick

Heute tollen sie vor dem Alpenpanorama, ziehen ihre Kreise über dem See. Vor blauweißrostiger Kulisse. Der Himmel ausgewaschen blau. Wolken regenentleert, wie ein dünner weißer Schleier vor dem blauen Strahlemann. Weißglänzend im Sonnenlicht thronen schneebedeckte Alpen über Hügeln mit rostroten Blättern. Schnee schmilzt dahin, für den See. Der blinzelt mit tausenden Augen in strahlende Sonne. Kreise der Möwen brechen Strahlen, im Flug. Dann blinzelt er, der See. Neckische Blicke auch für den Sonntagsbesucher mit Buch. Mit Wald im Rücken. Auch.

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