Abfahrt

Schaffner stieren am Zugkopf. Auf den leeren Bahnsteig, die Kelle schon in der Hand. Scheibe, vielmehr, nur noch heute. Meiden Gesichter eilender Reisender, manche fragende, auch. Alle paar Wagons der gleiche Blick. Stier. Bahnhofstafel, Gleisanzeige und Zugbeschilderung geben Auskunft. Über die Abreise. Nüchtern, nicht unfreundlich. Wie die Passanten, Wartenden. Bremsen die Hatz durch die Bahnhofshalle. Deftiges, süßes, Zigaretten, Kaffee eingesammelt auf dem Weg zum Schalter. Freilich keinen Fahrausweis. Dort gehorcht alles dem Gesetz der Schlange. Warteschlange. Wird überall kürzer, nur vor dem Wartenden nicht. Ängstlicher Blick auf die Bahnhofsuhr: Sekundenzeiger gleitet übers Ziffernblatt, Minutenzeiger starkt hinterher. Gäbe es eine Taschensanduhr, könnte man die Zeit verrinnen sehen. Zeitsand, längst nicht jedes Sandkorn kennen die Zeit. Reiselustige planen den Ausflug. Mit dem Schalterbeamten. Er dreht schließlich an der Scheibe. Fahrausweis, Rückgeld eingeklemmt. Am Nachbarschalter aufgelesen, weggesteckt, eilen zum Gleis. Unter stierendem Blick.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s