Pest

Schicken Sie mir einen Laster mit? Scherzte ich. Für 13.600 Forint. 100 Franken. Die passen sogar ins Portemonnaie, das von der Deutschen Bank. Nicht wie 200-Franken-Noten. Die kann man in Zürich auch nicht spielen, Glücksspiel verboten. Automaten auch. Kein elektronisches Gedudel in der Kneipe. Danke.

Redaktor in Budapest. Pest. Eigentlich. Mit Blick auf Buda. An der Kettenbrücke. Der Butterkutter liegt vor dem Hotel. Erwähnte ich, dass ich Hotelzimmer hasse? Ich tue es. In Pest gibt’s ganz besonders gruselige Exemplare. Trockene Luft aus der Klimaanlage, ein Reiseführer als Dauerwerbesendung im Fernsehen. Rot hilft. Etwas, auch. Das übliche Prozedere: schnell raus hier.

Aus Ungarn stammen Ikarus-Busse. Bei tiefen Minusgraden durchs Saaletal. Die Heizung brannte fast. Der Sitzplatz darüber immer frei. Indes, genutzt hat es nix: Durch alle Ritzen kroch nasse Kälte. Ikarus-Busse hatten viele. Ritzen. Türen, Fenster. Die Busse immer überfüllt. Auf dem Weg von der Trabantensiedlung zur Uni. In Jena, vor anderthalb Jahrzehnten. So sieht heute in Pest aus. Die ganze halbe Stadt eine Baustelle. Hinterhöfe, in denen die Zeit still steht, Gras wuchert über Schienen. Kartons abgestellt, nie abgeholt. Trabbis, Skodas, Ladas. Schlaglöcher pflastern die Straße, abgesperrt mit Bauzäunen, am Ufer. Der Donau. Mitten in der halben Stadt stehen Häuser mit Verkaufsschildern. Alte Häuser, dünne.

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