Touristenfoto

Ein bisschen vermisse ich es ja auch. Das Blog. Aber Besuch habe ich auch nicht alle Tage. Von den Schröders. Mit Freunden. Zwei. Zürich anschauen. Die Altstadt. Nur. Nicht in die gruselige Vorstadt mit zweistelligen Postleitzahlen. Zwinker. Den See nur von weitem. Er ist nett, auch. Aber ungemütlich. Möwen kreisen kreischend am Ufer. Der Butterkutter pfeift am Bürkliplatz. Er ist wärmer als die Luft. Der See. Bei Museumswetter.

Kirche ist fast so gut wie Museum. Kaffeeeinladung vor verschlossenen Türen. Besucher dürfen nicht fotografieren, Hunde ausführen, rauchen, telefonieren. Japaner blitzen trotzdem. Gestellte, wertlose Fotos. Die Franken klimpern auf dem Kirchenschiffboden. Vor der Verkaufstheke mit Karten, Bilderbüchern, Filmen. Fotografieren ist schließlich verboten. Im Fraumünster. Mit Chagall-Fenstern. Verbotenes Foto aus der Hüfte. Möchte blitzend, mit Hund ohne Leine, rauchend und telefonierend die Franken aus dem Portemonnaie auf der Verkaufstheke schütten. Damit sie runterfallen. Chagall-Fenster beschädigt im Blitzlichtgewitter. So ein Quatsch. Auf Hochdeutsch.

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4 Gedanken zu „Touristenfoto

  1. o tempora, o mores – die jungen Leute verstehen einfach nicht mehr, dass Fotografierverbot in der Kirche nix mit Schutz der Kunst zu tun hat. Kirche – da beten Leute und wollen dabei ihre Ruhe haben. Jedenfalls theoretisch sind Kirchen dafür gedacht. Uncool, wenn einem beim „Vater Unser“ all Nas‘ lang ein Japaner ins Gesicht blitzt. Könnte zu Verwirrung führen — Heilger Geist? Oder doch nur Fotoblitz?

  2. Hoffentlich verwechseln die Betenden die klimpernden Franken an der Verkaufstheke mitten im Fraumünster nicht mit klirrenden Ketten, in die sie die Kirche zwingt. Aber wo Fotografierverbot, da müssen halt Ansichtskarten, Bilderbücher oder Filme als Andenken herhalten. Blitzverbot würde doch reichen, dann bestünde keine Verwechelungsgefahr mit dem Heiligen Geist und einen pädagogischen Wert hätte es auch noch: Wer seine Kamera bedienen kann, kriegt gute Fotos, alle anderen sehen schwarz. Oder auch.

  3. für das Blitzieren (so könnte es wohl auf Schweizerdütsch heißen) gehört Euch im Nahmen des Kulturgutes die Ohren langgezogen…..
    denn auch die kleinen unschuldigen Farbstoffe und Pigmente in den Kunstwerken haben Angst vorm Heiligen Geist ;)

  4. Pingback: grauer Klotz « oder auch

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