Satzschublade

Daraus holt niemand Wörter, Sätze auch nicht. Schade ist’s. Wäre praktisch: Schublade auf, Satz ergriffen, herausgenommen, Schublade zu. Ideal für den Redaktor. Kein Winden, Ringen um jedes Wort. Ist das ein Satz? Kann ich das Wort noch streichen? Kein Platz trotz Hundertseitenheft. Immer mal einen Satz aus der Schublade geholt, kurzen, langen, ganz wie’s grad in den Textrahmen passt. Einwortsatz. Spielen mit Wörtern und Sätzen macht Spaß, dafür braucht’s keine Schublade.

Die Satzschublade steckt zum Kaffeeautomat. Der brüht starken Kaffee. Manchmal selbst für meinen Geschmack zu stark. Die Fehlermeldung Satzschublade bleibt auch nach dem Leeren der Schublade. Satz ausgekippt. Steckt die Schublade ohne Satz in der Maschine, drückt der Redaktor den magischen Knopf. Nicht blau, nicht rot. Dann gibt es wieder starken Kaffee. Und der Satz fällt in die Schublade.

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