Apostroph

Traf heute zwei eitle Zürcher. Der eine eröffnet im September ein Restaurant im Rathausquartier, der andere ist Bäcker am Klusplatz. Beide haben Angst, ihr Name könnte leiden unter dem s. Grusel, böses s. Hängt sich einfach so an, keine Ehrfurcht vor dem Namen. Beide wollen dem Frechdachs offenbar Respekt beibringen: Nix da, den Namen verschandeln. Einer ist schön, tatsächlich auch. Gebührender Abstand, gefälligst. Also flink ein Apostroph dazwischen. Schon viel besser, dachten die zwei Zürcher. Gedruckt auf Visitenkarten, aus Kunststoff geformt für die Leuchtreklame. Auf der Papiertüte stolpert jedes Mal das Auge drüber. Autsch. Lieber links von der Tastatur hinlegen, dann tut’s nicht so weh. Das ist ein Auslassungszeichen, Zefix.

Alter Hut. Reines Schweizerdeutsch, Herr Sick? Kann freilich sein, dass ich mich gerade wieder als Deutscher oute. Bayer vielleicht noch. Verräterisches freilich. Schreiben wir in der Schweiz nicht, sagt das Bayernmitglied. Aber das s gibt’s auch in München. Genügend davon, mehr als. Da war noch Frühling, kein Zürich im Blick. Blumen aus dem Möbelhaus, schwedischen. Für muss nun wirklich niemand Respekt zollen. Zuhause schon mehr. Blumen auch.

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