Street Parade

Es gibt Dinge, die will man nicht sehen. Auch in Zürich, am Bellevue. Oma im weitmaschigen Strick, mehr weit als Masche. Flanieren über die Quaibrücke. Nur fürs Foto die Jacke ausgezogen, heimlich, ungesehen. Bin ganz froh, dass ich nicht so gut sehe links. Woanders immer viel Leib, Plüsch. Technofans, jung, ungezügelt. Immer eine Dose Bier in der Hand, in der anderen immer eine Kippe. Immer, beides.

Auf dem Weg zum Foto Perspektiven testen. Einäugig, wie die Kamera. Auf dem See wird eingeparkt. Sehen und gesehen werden. Gesehen ist wichtiger, wohl. Außer die Quaibrücke von unten sieht dort keiner etwas. Höchstens die Rundumlichter der Partylaster. Ich sah See, Quaibrücke, Laster und unwirsche Technofans. Viele, junge. Deutsche. Grusel. Merkwürdige Partystimmung, viel Aggression in der Luft. Schade.

Der Löwenplatz ist am Morgen leer gefegt. Am Bahnhof eine Gruppe. Der Kehrwagen kreist durch die Vorhalle. Dringend. Fast bleibe ich kleben, auf dem Weg zum Kiosk. Zürich erwacht langsam am Sonntagmorgen. Ein Schwan thront auf der Limmat, scheint in sein Spiegelbild unter sich zu schauen. In fünf Minuten zum Central, lieber laufen übers Wasser.

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