Verkäufer

Marketing ist ja nicht mein Ding, selbst schon gar nicht. Irgendwann ging’s nicht mehr, da schrieb ich etwas. Mein schärfster Kritiker fand’s gut. Marketing für andere klappt offenbar, Sätze basteln aus Stichwörtern. Sie finden sich darin wieder, der alte Herr sie auch. Mit seinem Kunden über den Autohof spazieren. Millionenschwere Versicherungsverträge oder Tennissocken. Manche Menschen verkaufen alles. Mit dem Geheimrezept: privat.

Buchstaben rennen die Zeile entlang, schneller als sie dürfen. Kurze Sätze, kurze Absätze. Fakten bleiben allein, kein Wort mag sich an sie lehnen. Die Entf-Taste löscht sie schließlich aus.

Höre Geschichten vom Tag. Seinen Kunden befreunden. Freunden kauft man das ab. Das Auto für 103.000 Franken. Reden ja, für 103.000 Franken. Keine Taste getraut zu drücken, für 103.000 Franken. Szenen eines Autokaufs statt höflichem Geplänkel. Schwingen statt schwimmen auf der Wellenlänge. Wortspiele, seltene. Den Satz des Abends schreibt wer anders. Kurz, prägnant, Volltreffer. Würde kann ich verhindern, denn man freut sich ja. Würde sich zwar auch freuen, aber Freude braucht das Hilfsverb ja nicht schmälern. Leser stolpern über den Schröder-Satzbau. Typisch, wurde mir gesagt. Auch, tatsächlich. Verkäufer werde ich auch nicht, selbst schon gar nicht.

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