Vertrag

Klimaanlagen sind heimtückisch. Lohnt es sich vielleicht sogar, die Jacke anzuziehen? Vor dem Bürohaus laufe ich gegen eine Wand. Eine warme. Die stand da, Luft. Keine Jacke. Marie Antoinette kam allein aus der Tasche. Zwei Rapperinnen wollten ihr die Show stehlen, sie blühte auf und die Mädels stiegen aus. Nur einen Blick für die Limmat, die anderen gehören den Buchstaben. Schon wieder Hubertus.

20 Minuten 20 Minuten. Pflichtlektüre, wenigstens einmal am Tag ein paar Wörter aus der Welt. Einen Monat ohne Fernsehen. Der zieht nicht mit, nach Zürich.

Buchstaben am Morgen, formell, der Betreff Willkommen und in Klammern der Einschub Sie dürfen auch nachfragen. Schmunzeln. Formular, Standard, der Vertrag. Unterschrieben, jetzt darf ich. Eben lag er noch unauffällig auf dem Schreibtisch, geschickt mit Priorität.

In Riemenböden spiegelt sich die Sonne. Krepppapier versperrt den Weg. Keinen Schritt, die dürfen glänzen. Holzfolienkleber sind Verbrecher. Hinter blauer Kunststofffolie weiße Küchenfronten, die Sicherheitsstange, damit der Herr Schroeder nicht in die Abfallgasse fällt. Kino auf der Wand gegenüber, Sessel in Küche und Dusche, Halsstarre auf der Designerkeramik. Die fehlt noch. Genau wie die Seifenschale, die ich nicht kaufen durfte. Die hätt‘ ich längst. Montiert auf unsymmetrischen Fliesen. Vermutlich brauche ich keine Klimaanlage, ich habe Wände, dicke, warme.

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