Pendlerzug

Bahnsteige müssten immer nass sein. Taschentücher trocknen Abschiedstränen, Augen sehen Sehnsucht. Hinter Wagonfenstern und auf dem Bahnsteig. Tatsächlich nicht mehr, perfektes Timing. Nur fürs Wochenende bei den Lieben. Mit München Geburtstag feiern. Buckeln stattdessen, schier unendlich viele Kartons, Regalquadratmeter, Musik-CDs hinter Sideboardtüren. Drei nur, zweieinhalb. Eine Kiste zu schwer für einen Menschen, die Küche wiegt. Dabei war da gar nix drin. Offenbar doch. Zefix.

Sonntagabend fährt kein Münchner S-Bahn. Jeder zerrt Koffer, starrt leer. Geburtstagsgäste fluten den Zug am Marienplatz, da sitze ich schon, Hotel an der Donnersberger Brücke. Da bin ich längst weg, reserviert sitzen, bequem, mit ausgestreckten Beinen. Mitreisende in Jogginghose und Turnschuhen wie beim Überseeflug. Den See lassen wir zweimal rechts liegen. Dazwischen Zigaretten in Lindau. Marie Antoinette streitet sich mit dem Schweizer Zen-Jünger schräg gegenüber. Er gewinnt. Ich greife zu unfairen Mitteln: Zwei Blogs heute, internationale quasi. Unter der Isar statt über die Limmat. Die besten Ideen hab‘ ich auf dem Wasser. Heute unter, auch. Marmor und Pendlerzug. Dabei langweilen Anne Clark und Lenny Kravitz, der Zen-Jünger gibt auf.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Pendlerzug

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s