Nichtraucherhaus

Ganz Zürich raucht. Überall. Jung, alt, mit Kinderwagen, mit der Freundin am Limmatquai, in der Redaktionsküche. Auch. Nur eine Bürotür trägt ein Nichtraucherschild, Businesshomedie Luft ist überall gut. Im Einzelbüro steht drei Tage vor dem Start schon der Aschenbecher. Dabei gibt’s eine Dachterrasse. Leider keinen gläsernen Fahrstuhl in den Keller und auch keinen Cappuccinorührer.

München ist dreckig, dachte ich nach der einzigen Rückkehr bisher. Ist es gar nicht. Zürich ist dreckig. Jeder raucht. Kein Aschenbecher weit und breit. Die Tramhaltestellen sind übersät mit Kippen. In der Bahnhofstraße fehlen jedem Mülleimer die Aschenbecher. Wer teuer kauft, der raucht, auch. Unfasslich würde jemand anders schreiben. Die zählt heut‘ nicht mehr.

Nicht jeder raucht, tatsächlich. Sonst gäbe es kein Nichtraucherhaus. Tatsächlich raucht jeder. Auf der Dachterrasse gegenüber. Nicht im Zimmer, das ist öffentlich. Damit versteht hier niemand Spaß. Die Hausordnung ist Gesetz, meine liegt im Schrank, ganz unten. Darüber Klarsichthüllen, Arbeitsverträge, Wohnungsannoncen, die Schufa-Verbraucherauskunft und die Kühlschrankbox 12. Noch steht kein Aschenbecher im Schrank, die sind hier schwer zu kriegen. Da wundere ich mich noch über Kippen überall, wo jeder raucht. Im Nichtraucherhaus, auch.

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2 Gedanken zu „Nichtraucherhaus

  1. Pingback: Zunfthaus zur Zimmerleuten « oder auch

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