Tram 25

Blau weiß karierte Wimpel flattern im Fahrtwind, wenn Gäste in der Stadt sind. Zur Wies’n oder während des Fußballsommers. Wind geht hier fast nie, während des Fußballsommers lief ich lieber – glücklich umschlungen vom neuen Deutschlandgefühl. Die Wimpel flatterten, die blauweißen und die schwarzrotgoldenen. Damals weder die einen noch die anderen, obwohl München Gäste hatte, aber keine Wies’n oder WM.

Zwei Gäste waren da. Keiner hat’s gemerkt, kein Auflauf, keine neidischen Blicke, kein Wimpel. In der Neuhauser Straße hätten es jedem auffallen müssen. Eine Ankunft wie nach Schweizers 13 Tagen, der Himmel wie aus dem Prospekt, aber der Honiglöffel in der Milch fehlte. Sie waren sich fern, gingen doch nebeneinander. Keine Brücke im Deutschen Museum, ein Blick durch die Kameraoptik auf dem Restaurantbalkon.

Heute gibt’s kein Jugendgästehaus mehr in Grünwald. 15 Mal flatterten blauweiße Wimpel seitdem. Neu ist auch Schloss 144, keine drei Stufen trennen die Erde mehr von den Kunststoffsitzen. Zwei waren besetzt, heute stehe ich lieber. Vom Rosenheimer Platz auf dem Weg nach Grünwald. Mit der Tram 25.

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4 Gedanken zu „Tram 25

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