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Mit den Tags ‘Zürich’ versehene Einträge

Herbstlaub

7. November 2009 · Kommentar schreiben

Herbstlaub1Freue mich schon aufs Frühlingslaub nach dem vielen Herbstlaub. Neunhundert Tonnen in Zürich. Angeblich. Die Blätter werden gereinigt und dann kompostiert. Auch angeblich. Ist dann wohl günstiger, die Blätter mit dem Wischfahrzeug aufzuwischen, das mit der eingebauten Blätterwaschanlage. Vermutlich auch. Weiche Schwämme waschen Blätter ab, mit Wasser und etwas Seife. Biologisch abbaubar, auch vermutlich. Dann bläst ein Fön jedes Blatt trocken, glättet es, damit es nicht so viel Platz braucht. Bei neunhundert Tonnen. Auf vierundvierzig Quadratkilometern grünem Zürich.

Derzeit freilich nicht mehr, braun, verästelt. Immerhin nicht schwarz, auch der Boden nicht. Das geteerte Trottoir, Schweizerdeutsch für Bürgersteig. Französisch vielmehr. Auch. Überall geteert, nun geht sich’s bequem auf dem laubbedeckten Teer. (mehr…)

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Revanche (3)

31. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Revanche3Nahm noch einmal Revanche, nach der missglückten Revanche (2). War je keine richtige Revanche, diesmal schon. Mehr als die Ladefläche des Umzugswagens bedeckt, mehr als acht Arme trugen Kisten, den Schrank, das Sofa, Benno freilich, den nicht benutzen Staubsauger drei Stockwerke treppab. Füllten die Ladefläche, den Stauraum bis unters Dach, zwölf Arme trugen keine Kiste, keinen Schrank, kein Sofa, keinen Benno freilich, keinen nicht benutzten Staubsauger vier Stockwerke treppauf. Der Aufzug trug. Der fuhr nur, wenn jemand mitfuhr. Egoistischer Aufzug, quasi, fährt nicht allein. Dabei fährt er ja auch ohne jemand nicht allein, Kisten wären mitgefahren, ein Schrank, ein Sofa, Benno freilich, ein nicht benutzter Staubsauger. Schlechte Gesellschaft verglichen mit der Zügelitruppe.
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Modellbausatz

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Modellbausatz1Baute früher auch Modellbausätze. Erst Flugzeuge, Kriegsflugzeuge auch. Dann Schiffe, Kriegsschiffe auch. Beide gruselig: das Segelschiff strich ich mit einer fluoreszierenden Farbe ein, stellte es unter die Schreibtischlampe und knipste sie an. Abends leuchtete dann das Segelschiff, ein Piratenschiff freilich, grün im Dunkeln. Ein grünes Schiffsskelett. Grusel. Grusel auch heute, denn die „Jolly Roger“ gibt es noch. Das gruselige Schlachtschiff „Tirpitz“ auch noch, das baute ich nie zu Ende. Der für das Tarnmuster mit Klebefilm beklebte Rumpf landete im Mülleimer. Da gehören Kriegsschiffe ja auch hin. Schlachtschiffe unbedingt auch. Erst recht solche mit rotweißschwarzer Flagge. Mit einem weißen Kreis.
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Törtchen

21. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Alle Welt schreibt über zwei Schokoriegel, die mal Räuber hießen und demnächst wieder heißen. Oder schon heißen, hätte heute aber Schokoriegel mit einem anderen Namen kaufen können. Freilich ist Räuber ein gruseliger Name für einen Schokoriegel, zwei vielmehr. Immerhin mussten die Räuber nie alleine durch die Lande ziehen, wenn sie ein heimeliger Lebensmittelladen auf dem Dorf verkaufen wollte. Immer waren sie zu zwei. Allein, heute, zu Eis erstarrt. Aber dann sind es ja auch keine Räuber mehr, oder Inkognito, quasi. Hießen nur im nicht englischsprachigen Ländern Räuber. Vor sechzehn Jahren beraubte ein wichtiger Geschäftsmann sie ihrer Identität, Schokoladenriegelessern ihrer Lieblingsspeise. Fanden sie gar nicht lustig, der Geschäftsmann sicher schon, denn er konnte nun für mehr Geld in die Ferien fliegen. Musste ja dort auch nicht die Räuber essen. Die stecken nun wieder in Automaten, liegen in Auslagen. In Zürich vermutlich auch. Als Geburtstagsgeschenk für die Schokoladenriegelesser.

ToertchenBekam auch einmal ein Geburtstagsgeschenk, das gibt’s heute auch nicht mehr. Allerdings ist der Geburtstag auch schon einen Moment her. Bekam eine ganze Torte geschenkt, Törtchen vielmehr. Erinnere allerdings nicht mehr, ob es Karamell oder Schokolade war. War aber lecker, die Kerze darauf brannte. (mehr…)

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Dämmerungseinbrüche

16. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Daemmerungseinbrueche1Schaffe es gar nicht mehr zum Lesen an den See, wegen der Dämmerungseinbrüche. Da will ich die Kampagne unbedingt unterstützen. Die Kampagne, Dämmerungseinbrüche zu verhindern. Sind freilich gruselig, die Dämmerungseinbrüche, viel zu früh ja auch. Vor der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit nehmen Dämmerungseinbrüche zu, berichten die Männer mit den großen Lupen aus ihrer Erfahrung der vergangenen Jahre. Beobachteten durch die großen Lupen die flächendeckende Verbreitung von Dämmerungseinbrüchen. Machen nicht an der Kantonsgrenze halt, die Dämmerungseinbrüche. Deshalb wollen auch die Männer mit den großen Lupen im Kanton Zürich mit ihren Kollegen im Kanton Schwyz die Dämmerungseinbrüche verhindern. Haben sich schreiende Botschaften auf ihre Autos geklebt: Verdacht – Ruf an! Patrouillieren bis Ende Januar durch die Quartiere. Mit großen Lupen in der Tasche, freilich, (mehr…)

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Tizio

15. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Tizio1Der englische Werbetext ist lustig: The perfect scale for small bedside tables for night reading applications. Wenn das so ist, kaufe ich freilich sofort. Die Tizio Micro hat die perfekten Maße für kleine Nachttische zum Lesen in der Nacht. Lesen ist immer gut, auch nachts. Wenn hier jetzt auch noch die perfekte Lampe dafür offeriert wird, dann nix wie kaufen. Kaufte wirklich wie nix, eine Tizio Micro, freilich nicht für den Nachttisch. Den Schreibtisch, ist ja auch klein. Noch. Aber groß genug zum Lesen, Tippen auch. Tizio Micro beleuchtet angeblich ja nur eine ganz kleine Fläche. Tizio auch, sagt ihr Schöpfer, Herr Richard Sapper aus dem schönen München.

Der Herr Sapper wurde gefragt, hoffe mal gebeten, eine Arbeitslampe zu entwerfen. Er selbst wollte eine Lampe schaffen, die nur seine Tischplatte beleuchtet. Dafür brauchte er eine starke Lichtquelle. Zufällig war eben die Halogenleuchte erfunden worden, von den Autobauern. Zuvorkommend ja auch von den Autobauern, eben die Halogenleuchte zu erfinden. Für Tizio, nein, den Herrn Sapper, freilich, er war ja noch gar nicht fertig mit dem Erschaffen Tizios. (mehr…)

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Jahrhundertblamage

14. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Zürich ist offenbar kein guter Rasen. Wegen der Jahrhundertblamage. Dabei findet der Zürcher Suchmaschinenbetreiber die Jahrhundertblamage schnell. Steht in einer Reihe mit der deutschen Supersteuerreform von neunzehnhundertneunzig, den zwar gefälschten, aber trotzdem gruseligen Hitler-Tagebüchern. Quasi. Dann folgt dreimal die Jahrhundertblamage. Eines Deutschen ja auch, elf Schweizern aber auch.

JahrhundertblamageDie elf Schweizer spielten lustig auf dem Letzigrund, am Ende des Fußballsommers. Des vergangenen ja, der für die Schweizer ein schöner Fußballsommer. Die elf nicht so sehr schön, die übrigen sieben Komma sieben Millionen ja aber wenigstens. Hatten Spaß mit den Gästen aus Europa. Die Gäste aus Europa hatten auch Spaß mit den Schweizern. (mehr…)

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Zitat (26)

12. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Wenn man allein ist, wenn man allein lebt und noch dazu im Ausland, dann achtet man übermäßig auf den Abfalleimer, denn er kann das einzige sein, mit dem man eine konstante Beziehung oder, mehr noch, eine kontinuierliche Beziehung unterhält. Jede neue, glänzende, glatte, frisch eingeweihte schwarze Plastiktüte erzeugt das Gefühl unendlicher Möglichkeiten.

Beobachtet Javier Marías in „Alle Seelen“. Wie sein Protagonist war er selbst in Oxford, beobachtete das dort vermutlich auch. Freilich eine lustige Beobachtung. (mehr…)

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Züri-Wies’n

11. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Zueri-Wiesn1Ein Bon blieb übrig. Freilich für ein alkoholfreies Getränk auf der Züri-Wies’n. Trank kein alkoholfreies Getränk, Bier ja auch fast nicht. Aus gruseligen, frisch gespülten Maßgläsern. Die auch so rochen. Stanken, vielmehr. Viel mehr. Sind offenbar rar auf der Züri-Wies’n, trotz Münchner Servierdamen. Servierdüsen auf Schweizerdeutsch. Sind vermutlich geschafft von Schweizern in München. Deutschen vermutlich hauptsächlich. Servieren trotzdem einen halbe Monat lang im Festzelt in der Zürcher Hauptbahnhofshalle. Aber eben nicht mit Münchner Tempo. Das legen Zürcher Züri-Wies’n-Besucher beim Trinken aber wohl vor, wenn sie sich an die Maßgläser gewöhnt haben. Volle, freilich, vermutlich auch ein Grund dafür, dass Servierdüsen den Bestellungen hinterher hetzen. Sind vermutlich doch schnell genug, die Maßgläser aber ja in München rascher gefüllt als in Zürich. Oder auch (mehr…)

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Minarettverbots-Initiative

8. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Minarett1Zürich erlaubte heute das Aufhängen von Plakaten. Abstimmen müssen die Zürcher ja sowieso, ob nun mit Plakaten oder ohne. Gruselige Plakate, so gruselig, dass sie hier nicht gezeigt werden. Schon gruselig genug, dass jemand überhaupt über das Plakat schreibt. Darauf abgebildet ist eine liegende Schweizerfahne, die von unten von sieben schwarzen Minaretten durchstochen ist. Die Schweizerfahne – eine Schifffahrtsfahne genau genommen – wird halb verdeckt von der in eine Burka verhüllten Frau. Schwarze Burka, freilich. Symbolisiert die Unterdrückung der Frau im Islam, meinen die Minarettgegner. Auch. Die meinen ja auch, dass die Schweizer Ende November ihre Bundesverfassung um einen Satz ergänzen sollen: Der Bau von Minaretten ist verboten.
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Elefantenhaus

4. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Elefantenhaus1Wäre freilich schamlos übertrieben zu behaupten, Zürcher Elefanten leben zusammengepfercht in einem Haus. Freilich leben sie in einem Haus. Ja auch. Darin stehen sie herum, schützen sich vor der niederbrennenden Sonne, kratzen sich mit Stöcken den staubigen Rücken, zur Freude glotzender samstäglicher Zoobesucher. Die haben ja einen guten Blick auf Zürcher Elefanten, im Elefantenhaus. Im Elefantenpark bald einen noch viel besseren, sehen nicht nur in das Elefantenhaus, auch darüber hinaus. Ist aber schwierig, sich das vorzustellen. Junge Zoobesucher fragen, warum ein Spinnennetz über dem Modell des neuen Elefantenparks schwebt. Können sich nicht vorstellen, dass das Spinnennetz das Dach des Elefantenparks ist. Hängt gar nicht hundert Meter über dem Park, das Netz hängt einen Meter über dem Modell, in der Vitrine ohne Kurbel. (mehr…)

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Weltmeister

2. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Hauptbahnhof ZürichWäre ja ein guter Schweizer. Zumindest beim Bahnfahren. Da sind die Schweizer Weltmeister, vermeintlich, aber nur bei den gefahrenen Schienenkilometern, nicht der Zahl der Fahrten. Aber in beiden Disziplinen vor den Deutschen, nur die Japaner fahren häufiger mit dem Zug. Würde auch die noch übertreffen, würde ich Fahrten aus dem schönen München ins gruselige Poing mitzählen. Dann wäre ich häufiger als einundsiebzig Mal mit dem Zug gefahren. Mit den neunzehn Bahnreisen übertreffe ich nicht einmal die Schweizer, die fuhren zwanzig Mal. Bin aber mit siebentausendfünfhundertsechsundsiebzig mit Abstand Weltmeister der zurückgelegten Schienenkilometern. In letzten Jahr. Der vermeidliche Weltmeister Schweiz fuhr nicht einmal ein Drittel. Sie fuhren vor zwei Jahren noch weniger Bahn. Einmal weniger aus dem schönen Zürich ins schöne München, quasi. Sind etwa dreihundertdreiunddreißig Kilometer.
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Bohrmaschine

28. September 2009 · 2 Kommentare

Bohrmaschine1Einkaufen kann man ja ganz gut auf der Zürcher Bahnhofstraße. Bahnhofstrasse, freilich, auf Schweizerdeutsch. Der größte Buchhändler Zürichs, auch an der Bahnhofstrasse, hat umgetopft, das Paradies verpflanzt, quasi. Nun gedeiht das Paradies bei den Klassikern, der Belletristik nicht mehr. Braucht neue Setzlinge. Bekam den Tipp, einer sei Peter Bieri. Einer von zehn. Zwischen den Zweigen. Drei Zweige blühten im Paradies. Nun nur noch einer. Die Zürcher Bahnhofstrasse verliert an Attraktivität. Rapide.

Die Zürcher Bahnhofstrasse war ja noch nie eine gute Adresse. Für Restauratoren. (mehr…)

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