Baute früher auch Modellbausätze. Erst Flugzeuge, Kriegsflugzeuge auch. Dann Schiffe, Kriegsschiffe auch. Beide gruselig: das Segelschiff strich ich mit einer fluoreszierenden Farbe ein, stellte es unter die Schreibtischlampe und knipste sie an. Abends leuchtete dann das Segelschiff, ein Piratenschiff freilich, grün im Dunkeln. Ein grünes Schiffsskelett. Grusel. Grusel auch heute, denn die „Jolly Roger“ gibt es noch. Das gruselige Schlachtschiff „Tirpitz“ auch noch, das baute ich nie zu Ende. Der für das Tarnmuster mit Klebefilm beklebte Rumpf landete im Mülleimer. Da gehören Kriegsschiffe ja auch hin. Schlachtschiffe unbedingt auch. Erst recht solche mit rotweißschwarzer Flagge. Mit einem weißen Kreis.
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Modellbausatz
30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben
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Überholspur
18. August 2009 · Kommentar schreiben
Schön, einmal wieder durchs Englische Viertel Zürichs zu fahren. Mit dem netten Tram, der Nummer fünfzehn. Sie fährt entlang an Häusern, die im neunzehnten Jahrhundert im englischen Stil erbaut wurden. Lese ich, hatte ich wohl so auch vermutet. Sehe ich freilich nicht, bin ja aber auch verwöhnt von London, den engen Häusern mit auf Putz verlegten Abflussrohren, windig verglasten Fenstern und der Souterrainwohnung unterhalb des Bürgersteigs. Trottoire auf Schweizerdeutsch, hörte ich. Entschuldigung. Lese allerdings ein Buch, sehe und höre nix. Auf der eine Minute kürzeren Fahrt durchs Englische Viertel zum Bahnhof Stadelhofen.
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Buchklemmleuchte
30. Mai 2009 · 3 Kommentare
Irgendetwas fehlte immer. Zunächst die hohen Temperaturen. Sollte eine Buchklemmleuchte auch nicht im November kaufen, in London. Wo es immer regnet, quasi. Allerdings wäre Zürich nicht besser gewesen, wo es scheite. Im Winter, gehört sich ja auch so. Hätte aber nicht unbedingt sein müssen, denn die Buchklemmleuchte reiste ja mit von London nach Zürich. Im November. Lag dann ungenutzt im zu schmalen Bücherregal. Freilich nicht zu schmal für die Buchklemmleuchte. Für die Bücher, die sich türmen auf dem Regal. Zwei nicht so dicke Bücher, mehr Platz ist nicht auf dem Regal. Ist ja schon abgesägt, damit es überhaupt stehen kann. Auf schönen Riemenböden, in der Ecke neben dem Fenstererker. Dort fällt genügend Licht herein, der Leser im Ekstrem braucht keine Buchklemmleuchte.
Im warmen Zürcher Frühling hätte der Leser die Buchklemmleuchte häufiger brauchen können. Beim Lesen unter freiem Himmel. Da war die Buchklemmleuchte fast vergessen, die Batterien lagen daneben. Die nachgekauften auch, auf der Weltreise in die Zürcher Vororte. Das Lesen sollte freilich nicht an den leeren Batterien der Buchklemmleuchte scheitern. Scheitere dann doch, an der Buchklemmleuchte selbst. Sie lag im Bücherregal, während es dämmerte. (mehr…)
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Fußballkommentatoren
8. Mai 2009 · Kommentar schreiben
Bin freilich nicht verwöhnt. Reinhold Beckmann, Johannes B. Kerner und Marcel Reif mögen zwar das Kommentieren gelernt haben, kommentieren von Fußballspielen auch, im Radio auch, vielleicht. Höre trotzdem lieber den Stadionton, die Fangesänge, den Jubel, das Raunen. Als Kommentare von Beckmann oder Kerner oder Reif. Kann man ja nie abschalten. Fragen an Experten schon, die bedauerlichen Experten. Für wen beantworten die Experten die Fragen? Habe noch nicht eine gute Frage gehört. Weder von Beckmann noch von Kerner. Von Reif auch nicht. Bin auch nur Fußballgucker. Bitte nicht kommentieren, Beckmann, Kerner und Reif. Danke.
Gilt aber auch für Sascha Ruefer, Beni Thurnheer und Dani Wyler. Kann man ja abschalten, wegschalten, besser geschrieben. Wenn auf dem Österreicher auch Fußball gezeigt wird. Wie vom Schweizer Fernsehen. So ganz ohne Bezahlfernsehen Arsenal und ManU sehen, Chelsea und Barça auch. (mehr…)
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Au
25. März 2009 · Kommentar schreiben
Schlug das erste Mal ein Buch zu. Zu früh. Im Tram, eine Station vor dem Aussteigen. Fahre ja höchstens fünf. Acht Minuten. Dann noch fünf Minuten frische Luft. Die Spannung steigern auf das Treffen im Londoner Umland. Liest sich gut auf der schönen Couch. In der S-Bahn mit der unvorsichtigen Ansagerin auch. (mehr…)
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The look book
23. März 2009 · Kommentar schreiben
Quasi ein Bilderbuch, ein Buch zum Gucken. Lesen, dafür muss man ja auch gucken. Das Buch gibt’s neuerdings im Internet. Ist schon ganz gut geworden, freilich nicht fertig. Das Portfolio wird ja täglich größer, quasi. Portfolio der Werbeideen. Werbetexte ja auch. Lustiger englischer Beschreibungen. Deutscher Firmen, Eigenarten, Produkte. Für Briten, die sind ja auch nett. Manche zumindest, in London kenne ich einige. (mehr…)
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Bahnsteig
13. März 2009 · 2 Kommentare
„Mind the gap between the train and the plattform.“ Mag die Ansage im Underground. In London. Oftmals ist da gar keine Lücke zwischen dem Zug und dem Bahnsteig. War früher freilich anders. Niedrige Bahnsteige, hohe Züge. Bahnsteige, die sich den Zügen nicht zu nähern trauen. Respektable Lücke. Nicht nur in London. Dann bauten Zugbauingenieure Zugtüren mit ausklappbarem Trittbrett. Dann mit ausfahrbarem. Zum Überbrücken der Lücke zwischen der Zugtür und dem Bahnsteig. Sind ja nett auch, die Zugbauingenieure.
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Nähetui
9. März 2009 · Kommentar schreiben
Hotelübernachtungen sind ja auch ganz praktisch. Meist liegen im Bad oder der Garderobe nützliche Utensilien, die nicht nur während der Hotelübernachtung zu gebrauchen sind. Das wiegt freilich den Grusel der Hotelübernachtung nicht auf. Nimmt aber die Angst, etwas.
Vor Jahren fand ich in Barcelona, Berlin, London oder wo auch immer ein nettes Nähetui. In einem gruseligen Hotelzimmer, so viel ist sicher. Das blieb freilich nicht in dem gruseligen Hotelzimmer, nahm es mit ins schöne München. Zügelte es nach Zürich. Seit zwei Wochen fehlt dem Jackett ein Knopf. Dem nicht mehr ganz so schönen von der Deutschen Bank. Schön genug aber, um den Knopf noch wieder anzunähen. Fand sogar den Ersatzknopf, der ist auch gezügelt. Das Nähetui ja auch. Ist eins von der netten Sorte: Nimmt dem Einäugigen das Einfädeln ab.
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Fenstersauger
14. Februar 2009 · 5 Kommentare
Las Weltneuheit. Von der Firma, die mit Wasserdampfstrahlern Geld verdient. Viel, auch. In Hurghada, London, München, New York, Zürich. Krisensicheres Geschäft mit Wasserdampf, nach der Weltherrschaft nun auch noch eine Weltneuheit. Ausrufezeichen stand freilich auf dem Preisschild. Hui. Aber schon cool, eine Sprühflasche mit Wischeraufsatz und der Fenstersauger. Akkubetrieben, für zehn Fenster. Ohne Sprossen freilich. Dann sicherlich nur fünf. Habe Sprossenfenster, aber die Sprossen zwischen den Scheiben. Fensterläden davor. Schöne grüne. (mehr…)
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Portemonnaie
6. Januar 2009 · 3 Kommentare
Der obligatorische Griff zum Duden. Geschrieben habe ich es noch nie richtig, die Rechtschreibprüfung erkennt meist auch den Fehler nicht. Meinen Fehler. Nun wird es noch diffiziler: Es gibt eine neue Rechtschreibung für Portemonnaie. Portmonee. Die ist ja ganz gruselig.
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Shoppen
24. Dezember 2008 · Kommentar schreiben
Sind die Einkaufsflächen am Hamburger Flughafen. Übersetzt ins Englische heißt das übrigens Shopping. Schreiben die Flughafenbetreiber auf dem Gebäudeplan. Danke dafür, auch.
Vor circa zehn Monaten landete ich schon einmal dort, wartete auf den Flieger aus London. Die Eröffnung des Terminals 5 mündete in eintägiger Verspätung. Dafür Respekt, krassen, ihr britischen Luftwege. Der Flieger aus München war überpünktlich, hatte viel Zeit, die Shoppen-Areale anzugucken. Beim Blick ins Regal bot sich freilich ein großartiges Bild: PCpro, schön rot. Tief im bunten Blätterwald. Marktschreienden. Begann fast ein Jahr vor dem Foto mit dem Schreiben. Der letzten PCpro. Nach mehr als anderthalb Jahren fehlt sie nun, leider. Nur noch Schreie im Regal. Bunte, neonfarbene. Sonderfarben kosten viel, Mut noch mehr.
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Wembley
19. November 2008 · Kommentar schreiben
Hab’s verschwiegen. Vor fast 15 Monaten, in Wembley. Den enthusiastischen englandfans. Dass sie gerade im großartigsten Fußballstadion der Welt gegen die deutsche B-Mannschaft mit 1:2 verloren haben. Großartige Spieler haben sie, die Coles, Gerrard, Lampard, Terry. Aber keine Mannschaft. Einen Torwart auch nicht. Nach Wembley war Paul Robinson nicht mehr Keeper der Three Lions. Aber auf der Titelseite aller englischen Zeitungen. Spott als Bildunterschrift.
Die „The Sun“ ist vergleichsweise brav heute, vor dem Freundschaftsspiel in Hitlers Olympiastadion. Die englandfans lockten ihre Mitglieder freilich mit dem 1:5-Debakel von München im Jahr 2001 in die deutsche Hauptstadt. Werde sehen, wie viele ihrem Team zur Seite stehen. Hören auch. In Wembley stand der deutsche Fanblock 90 Minuten. Sang auch, den englandfans verging die Gesangsfreude. Keine Freude an ihrer A-Mannschaft. Heute spielen zwei B-Teams. Bis dahin kriegt die „The Sun“ ihr Content-Management-System vielleicht noch in den Griff: Als passenden Artikel zur Freundschaftsspiel-Berichterstattung sortiert das System die weltexklusiven Ausgrabungen der Sun-Reporter zu „Hitler had only one ball“ ein. Ja, oder auch.
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Kapuze
10. November 2008 · Kommentar schreiben
Fäden füllen die Seenplatte auf der Oxford Street. Unter dem Vorsprung der Essen-Filiale lösen sich Fäden auf in Spray. Die wasserdichte Membran stemmt sich gegen Spray, die Fäden. In den Schuhen und der Jacke. Nicht der Kapuze, die fehlt. Am Schirm prallen Tropfen der Markise ab, dicke. Fäden auch, lange. Stundenlange.
Die Membran hält Stunden, hielt schon vor Jahren. 20. Im Jugendwunsch, blauer Jacke mit eingerolltem Fuchs. Und Membran. In der Kapuze auch. Ein Kiesel riss ein Loch in den linken Ärmel, beim Fahrradsturz am Gallberg. Fast der Weltuntergang, nicht die Wunde. Kleine. Mit dem blauen Flicken trug die Jacke zuletzt wer, der gerade Butterkutter fährt, vermutlich, oder Model T. Durch Nordamerika. Feiernd unbedingt auch. Wartet auf sein Geschenk. Butterkuttern. In München oder Zürich. Die Reise nach Zürich verhinderte die Butterkuttertour, keine Fäden oder Spray. Im September, schon damals in der Fahrradjacke, mit Membran, heute laminiert. Ohne Kapuze. Deshalb mit Schirm durch Fäden und Spray. Gemeinsam mit der Wendejacke von der Deutschen Bank. Innenseite sah noch nie die Welt draußen. Die Kapuze schon. In Zürich noch nass vom Londoner Regen.
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