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Mit den Tags ‘Hotelzimmer’ versehene Einträge

Schuppen

11. November 2009 · Kommentar schreiben

Schuppen1Der Redaktor ist freilich dankbar für einen Schlafplatz. Im Schuppen, Fünfsterneschuppen, in dem Fall. Hätte auch gerne in einem Viersterneschuppen genächtigt, drei auch. Oder auch zwei. Einem. Nächtigte freilich nicht im Bett mit Frotteebettvorleger. Auf den Kopfkissen mit Wettervorhersagekarte und Zimmerfrühstücksbestellanhänger auch nicht. Ging aber auch nicht mit eingeschweißten Frotteeschuhen über tiefe Zimmerteppiche, Flurteppiche. Nahm immerhin einmal die Fernsteuerung zur Hand. Um das Schröder-Fernsehprogramm abzuschalten. Einmal reicht ja auch, die schwarze Mattscheibe ist ja auch ganz dekorativ. Nimmt aber viel Platz weg. Dort könnten besser schöne Kleider von der Deutschen Bank liegen, schwarze, auch.
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Dosen

4. November 2009 · 1 Kommentar

DosenDie Schweizer waren auf Großeinkauf, kauften dreizehn Millionen Dosen. Freilich keine Ravioli oder Königsberger Klopse, wären aber lecker gewesen. Hätte vielleicht ja sogar eine abbekommen. Aber die Dosen will ich gar nicht, sind nicht lecker. Dreizehn Millionen Dosen Impfstoff. Für sieben Komma sieben Millionen Schweizer. Könnte auch ein Nichtschweizer Dosen brauchen, wenn er nicht in seinem Haus geblieben ist. Wenn sie oder er mehrere Grippesymptome spüren. Ja noch einen Tag, nachdem das Fieber vollständig abgeklungen ist. Mindestens. Unbedingt auch. Im schönen Haus mit Dreiecksgiebel. Ein Bewohner hat den Test gemacht. (mehr…)

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Benzin-Boykott

27. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Da mache ich freilich mit. Unbedingt, Benzin muss boykottiert werden. Ausrufezeichen. Freilich unbedingt auch, wenn das Benzin aus dem gruseligen Libyen stammt. Rohöl vielmehr. In Libyen geben Väter ihren Söhnen so gruselige Namen wie Hannibal und wundern sich dann, wenn ihre Söhne verhaftet werden. Nur weil sie mutmasslich mal eine Haushälterin misshandelt haben. In einem Staat fernab von Libyen, freilich, sonst könnte ich ja gar nix drüber schreiben. Freilich auch ein gruseliger Staat, der einfach Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Lebe schon in Angst, quasi, weil ich nach einer Währung benannt wurde. Aber ja zu meinem Glück nicht nach der Währung des Staates, der mir nichts, dir nichts Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Müsste in der Währung Benzin bezahlen – aber das boykottiere ich ja. Quasi, unbedingt. Benzin-BoykottSofort, freilich auch. Würde freilich auch unbedingt und sofort einen Aufkleber kaufen, wenn ich Benzin kaufen würde. Im Staat… na ja, weißt schon, der mit dem Hannibal. Grusel. Der Aufkleber kostet viel Geld. (mehr…)

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Festwiese

25. September 2009 · Kommentar schreiben

Festwiese1Der Himmel hatte sich schick gemacht. Im blauen Kleid mit dezenten weißen Tupfern und einem gelben Punkt. Für die Million Münchner, Millionen Gäste Münchens ja auch. Die hatten sich freilich auch schick gemacht. Weiße Rüschen blaue Karos. Blauweiß gestreifter Hemdkragen. Für den Besuch auf der Festwiese. Die Millionen strömten aus allen Himmelsrichtungen. Blauen. Aus Hotelzimmern ja auch, die sind auch immer ganz gruselig. Acht Euro für den Blog, dreißig für dreißig. Oder auch null für null. Das neu eröffnete Hotel wirbt zurzeit mit günstigen Zimmerpreisen. Fünfundsechzig, nicht hundertfünfundfünfzig. Während der Wies’n.
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Messegast

12. September 2009 · Kommentar schreiben

Gibt Leute, die in den ersten Märzwochen Urlaub machen. Eine Märzwoche, andere fahren zu Freunden oder Verwandten, auch eine Märzwoche. Dritte räumen das Kinderzimmer, Schlafzimmer, WG-Zimmer, oder besitzen ein Gästezimmer. Die Leute fragen nach Butter, Margarine, Mohnbrötchen, Schwarzbrot, Marmelade, Honig, harten Eiern, weichen Eiern, Kaffee, Tee. Manchmal auch nach der Morgentoilette, immer nach dem Geld, dem Haustür- und Wohnungsschlüssel. Fragen den Frühstücker auch nach der Heimat, der Wohnung, dem Beruf, der Arbeit, manchmal nach Karten. Der Messegast hat immer Karten, in den letzten Jahren übrig, auch.
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Zitat (22)

21. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Wenn er in Paris mit einer Gelegenheitsfreundin im Spätherbst spazieren ging, war ihm kein reineres Glück vorstellbar gewesen als jene goldenen Abende mit dem rauhen Geruch der Maronen und der Kohlebecken, mit den schmachtenden Akkordeons und den unersättlichen Verliebten, die niemals aufhörten, sich auf den offenen Terrassen zu küssen, hatte er sich aber dennoch, Hand aufs Herz, dazu bekannt, daß er nicht bereit war, all dies für einen einzigen Augenblick seiner Karibik im April zu tauschen. Er war noch zu jung gewesen, um zu wissen, daß das Gedächtnis des Herzens die schlechten Erinnerungen ausmerzt und die guten erhöht und daß es uns dank dieses Kunststücks gelingt, mit der Vergangenheit zu leben.

Schön auch, das aus einer so noblen Feder zu lesen. Getippt auf einer nobelgepriesenen Schreibmaschine, vermutlich. Davor saß Gabriel García Márquez und tippte „Die Liebe in Zeiten der Cholera“. Beschrieb unser nettes Gedächtnis. Das ist ja ganz gut eingerichtet: Es erinnert die schönen Szenen, vergisst die hässlichen. Das klappt ganz gut. Trotz des Gefängnisses.

Frage freilich, wieso das so gut klappt. Wie so vieles, erklärte Sigmund Freud, wieso das so gut klappt. Auch wenn ihm die wenigsten glauben, damals nicht, heute auch nicht. Er ja auch nicht, sich selbst. Wollte nicht, dass seine Theorie empirisch geprüft wurde. Wurde sie aber, wird noch heute. Wird ja auch noch praktiziert, die Psychoanalyse. Als eine von drei anerkannten Therapiemethoden bei psychischen Erkrankungen. Geld verdienen Psychologen auch mit der Gesprächstherapie und der Verhaltenstherapie. Aber eben auch mit der Psychoanalyse. Und Freuds Verdrängungshypothese. Die geht so:
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Wegweiser (1)

10. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Wegweiser11Fotografiere gern auch die Wegweiser, beim Spiel mit dem Vordergrund und dem Hintergrund. Auch auf Touristenfotos. Touristen fotografieren sich ja auch gern vor Zürich im Hintergrund. Das Fraumünster, Sankt Peter, die Münsterbrücke, die Limmat, die Wasserkirche mit Helmhaus, das Grossmünster. Von links nach rechts. Im Hintergrund, davor Fratzen, Käse, Kamerataschen seitlich am Gürtel, khakifarbene Hosen mit abtrennbaren Beinen, Bergsteigsandalen. Am gestreckten Arm gehaltene Kamera freilich auch noch. Oder rot blinkende Kamera mit Selbstauslöser. Blitzende Kamera. Vor dem Hintergrund. Dann sehen die Fotografen immerhin, wer abgelichtet wurde. Nur nicht, wo.
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Milchkaffee

12. April 2009 · Kommentar schreiben

War heute in Graubünden. An der Via Mala. Im Buch. Sieben Stunden nach fünf Minuten Fußweg. Trank dort einen Milchkaffee. Einen. In sieben Stunden. Hätte besser Sonnenmilch mitgenommen. Sieben Stunden Sonne plus Reflexion, von der spiegelglatten Wasseroberfläche. Heute spiegelglatt, gestern aufgewühlt, vom Wind, Schiffsschrauben, Schneeschmelze. Schnee schmilzt freilich in Graubünden, fließt als Rhein in den Bodensee. Als See nach Zürich, auch. Dort liest es sich ja gut. Bei einem Milchkaffee.
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Windschatten

4. April 2009 · Kommentar schreiben

Können ja Bäume spenden, Häuser auch. Sträucher mit ersten zarten Knospen nicht. Müssen sie aber auch gar nicht, unter der fast geschlossenen Wolkendecke, der weiße Kreis wärmt Seebesucher. Sie erröten, sitzen sie fünf Stunden am Wasser. In dem noch der Herbst schwimmt, verwelkte Blätter. Aufgewirbelt von den Wellen des Ausflugsdampfers, der Fontäne. Noch nicht des Butterkutters. (mehr…)

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Jakobstraße

31. März 2009 · Kommentar schreiben

Höre immer wieder ein Lied. Einige Lieder manchmal, hauptsächlich doch aber eins. Am Ende. Das wechselt vielleicht einmal im Monat. Jedes halbe Jahr. Höre mit Winamp, seit Jahren nicht anders. Hörte schon in Studienzeiten so. Als MP3 noch rar waren, schnelle Internetleitungen auch. Bezahlte Musik aus dem Internet auch. CDs noch nicht so rar. Hörte eine CD in der Jakobstraße. Der Aachener. In einer Kieler WG. Die Mitbewohnerin schenkte mir ein Tablett, nach dem Hören.
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Zitat (16)

12. März 2009 · Kommentar schreiben

Sie stehen einander gegenüber, und es ist etwas wie Feindschaft zwischen ihren Augen.

Schreibt Heinrich Böll in „Der Zug war pünktlich“. Las ich in Hurghada. Vor einem Jahr. Stand dort niemandem gegenüber, nur morgens dem Spiegel. Früh morgens, als gesprengt wurde. Damit die Wüste grünt. Las nach der Flucht aus dem Gefängnis Böll. Am Strand, im Kreise drehend, dem Schatten hinterher. Schrieb im Gefängnis den ersten Text, den nur braune Augen lasen. Sah noch nie Feindschaft in braunen Augen, zu meinem Glück. Hätte gern Fußball geguckt mit den braunen Augen, vorgestern und gestern. In Zürich guckt das keiner.

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Bestnoten

10. März 2009 · Kommentar schreiben

Urlaub war ja überfällig. Vor einem Jahr. Heute hieße der Ferien. Auf Schweizerdeutsch. In der Schweiz ist Urlaub auch überfällig. Heute. Ferien. Nimmt zu viel mit in die Ferien. Vor einem Jahr dachte ich, ich sei gut eingedeckt. Mit Büchern, Plänen, Stiften, Blöcken, der neuen Kamera. Langweilte mich trotzdem unendlich. Im Ort mit den Bestnoten. Von russischen Urlaubsgästen, vermutlich. Vielen. Bestnoten und Urlaubsgästen.
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Nähetui

9. März 2009 · Kommentar schreiben

Hotelübernachtungen sind ja auch ganz praktisch. Meist liegen im Bad oder der Garderobe nützliche Utensilien, die nicht nur während der Hotelübernachtung zu gebrauchen sind. Das wiegt freilich den Grusel der Hotelübernachtung nicht auf. Nimmt aber die Angst, etwas.

naehetui1Vor Jahren fand ich in Barcelona, Berlin, London oder wo auch immer ein nettes Nähetui. In einem gruseligen Hotelzimmer, so viel ist sicher. Das blieb freilich nicht in dem gruseligen Hotelzimmer, nahm es mit ins schöne München. Zügelte es nach Zürich. Seit zwei Wochen fehlt dem Jackett ein Knopf. Dem nicht mehr ganz so schönen von der Deutschen Bank. Schön genug aber, um den Knopf noch wieder anzunähen. Fand sogar den Ersatzknopf, der ist auch gezügelt. Das Nähetui ja auch. Ist eins von der netten Sorte: Nimmt dem Einäugigen das Einfädeln ab.

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