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Mit den Tags ‘Buch’ versehene Einträge

Fahrzeugfahndung

24. Oktober 2009 · 1 Kommentar

Winterthur ist freilich immer eine Reise wert. Insbesondere für einen Buchtipp von einem Winterthurer, wenn Winterthurer Buchhändler das Buch auch verkaufen. Mir. Der Buchtipp war Jeremias Gotthelfs „Meistererzählungen“, „Die schwarze Spinne“ vielmehr. Kostet in Winterthur allerdings doppelt so viele Franken wie Euros im schönen München. Wird ja aber auch von dem Kritiker „eine der größten Novellen in deutscher Sprache“ genannt. Las auch die größte, die gab’s nicht in Winterthur.

Fahrzeugfahndung1Dafür gibt’s Kurzparkzonen für Radfahrer in Winterthur. Reiste freilich nicht mit dem Rad nach Winterthur. Velo auf Schweizerdeutsch. Schlicht mit der Bahn, im schönen ersten Stock. Dort liest es sich ja gut, lange, auf der langen Reise nach Winterthur. Veloreisende müssen sich ja eilen, haben sie ihr Velo am Bahnhofplatz an der Ecke Turner-Strasse parkiert. Dort wird das Velo nach dreißig Minuten durch große Lupen beäugt. Freilich von den Männern mit den großen Lupen. An der Stadthausstrasse ja erst nach zwei Tagen. (mehr…)

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Uppsala

23. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Glaube nicht an Zufälle, irgendwie tatsächlich. Las in der Zeitung von Uppsala. Dachte Uppsala. Es gibt keine Zufälle, Glück aber schon. Zum Glück. Tatsächlichirgendwie.

Der Dom in UppsalaIn Uppsala tagte die Synode der Schwedischen Kirche. Unternahm einmal einen Ausflug nach Schweden. Fuhr freilich nie nach Uppsala, Schweden. Fuhr aber auch nie nach Tirol. Bin reich, trotzdem schon beide Orte bereist zu haben. Ging barfuß über weiches grünes Moos, beschuht über hellbraune staubige Feldwege. Blickte zum immerblauen Himmel auf, die Sonne stach ins Auge. Sie lachte einerorts, andernorts höhnte sie unbarmherzig, auf mich hernieder. Auf Wege auch, die bitte nie enden. Schöne moosige, entlang des spiegelglatten Sees, in dem Schilf wächst, getränkt. Im See, in dem die Sonne ihr Lachen probierte, (mehr…)

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Kamin

18. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Gibt schon auch ulkige Wettbewerbe: Alljährlich werden die besten Wissenschaftler, Schriftsteller, friedliebendsten Persönlichkeiten gekürt. Objekte auch, neuerdings. Keine wissenschaftlichen, schriftstellerischen oder friedliebenden, freilich. Schlicht Objekte. Der Gewinner kriegt einen tollen Titel: Das schönste Objekt der Welt.

KaminKein Buch. Freilich enttäuschend. Sehr. Ein gebundenes hätte es ja auch verdient gehabt. Lieber freilich ein schönes Taschenbuch. Irgendeins. Nicht so ein dusseliger freihängender Kamin. Aber der ist das schönste Objekt der Welt. Wartete vierzig Jahre auf diese Würdigung, drehte sich vor Freude vermutlich einmal um sich selbst. Oder schlug Funken. Spendete seinem Besitzer hoffentlich wenigstens Wärme, beim Lesen eines Buches. Würde sich damit die Würdigung zumindest etwas verdienen. Vollkommen (mehr…)

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Dämmerungseinbrüche

16. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Daemmerungseinbrueche1Schaffe es gar nicht mehr zum Lesen an den See, wegen der Dämmerungseinbrüche. Da will ich die Kampagne unbedingt unterstützen. Die Kampagne, Dämmerungseinbrüche zu verhindern. Sind freilich gruselig, die Dämmerungseinbrüche, viel zu früh ja auch. Vor der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit nehmen Dämmerungseinbrüche zu, berichten die Männer mit den großen Lupen aus ihrer Erfahrung der vergangenen Jahre. Beobachteten durch die großen Lupen die flächendeckende Verbreitung von Dämmerungseinbrüchen. Machen nicht an der Kantonsgrenze halt, die Dämmerungseinbrüche. Deshalb wollen auch die Männer mit den großen Lupen im Kanton Zürich mit ihren Kollegen im Kanton Schwyz die Dämmerungseinbrüche verhindern. Haben sich schreiende Botschaften auf ihre Autos geklebt: Verdacht – Ruf an! Patrouillieren bis Ende Januar durch die Quartiere. Mit großen Lupen in der Tasche, freilich, (mehr…)

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Zitat (26)

12. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Wenn man allein ist, wenn man allein lebt und noch dazu im Ausland, dann achtet man übermäßig auf den Abfalleimer, denn er kann das einzige sein, mit dem man eine konstante Beziehung oder, mehr noch, eine kontinuierliche Beziehung unterhält. Jede neue, glänzende, glatte, frisch eingeweihte schwarze Plastiktüte erzeugt das Gefühl unendlicher Möglichkeiten.

Beobachtet Javier Marías in „Alle Seelen“. Wie sein Protagonist war er selbst in Oxford, beobachtete das dort vermutlich auch. Freilich eine lustige Beobachtung. (mehr…)

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Das Rote Buch

7. Oktober 2009 · 3 Kommentare

Das Rote Buch1Ab heute gibt’s ein neues Buch. Zu lesen, anzuschauen, auch. Ein Buch, auf das die Welt fast fünfzig Jahre warten musste. Ein Buch bedeutet auch Renommee, bei diesem hatte jemand Angst, es zu verlieren. Ließ die Menschen warten, Freunde auch, Psychologen auch. Hab’s freilich nicht vermisst im Studium, Freud hat genügt. Hätte auch eine Übersetzung gebraucht, einen Kurs in Traumdeutung auch. Jena hätte auch Geld gebraucht, um es zu kaufen. Dreihundertfünfzig, damals Deutsche Mark. Viel billiger war „Das kleine rote Buch“, aber ja auch ganz gruselig. Heute auch noch viel billiger, für den Kindle sogar gratis. Nur ja das Überspielen nicht, lese ich, kostet einen Dollar. Wird freilich aufgerundet, großzügig, vermutlich. Vielleicht lohnt doch ein Blick in „Das kleine rote Buch“, auch.
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Bohrmaschine

28. September 2009 · 2 Kommentare

Bohrmaschine1Einkaufen kann man ja ganz gut auf der Zürcher Bahnhofstraße. Bahnhofstrasse, freilich, auf Schweizerdeutsch. Der größte Buchhändler Zürichs, auch an der Bahnhofstrasse, hat umgetopft, das Paradies verpflanzt, quasi. Nun gedeiht das Paradies bei den Klassikern, der Belletristik nicht mehr. Braucht neue Setzlinge. Bekam den Tipp, einer sei Peter Bieri. Einer von zehn. Zwischen den Zweigen. Drei Zweige blühten im Paradies. Nun nur noch einer. Die Zürcher Bahnhofstrasse verliert an Attraktivität. Rapide.

Die Zürcher Bahnhofstrasse war ja noch nie eine gute Adresse. Für Restauratoren. (mehr…)

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SwissCube

23. September 2009 · Kommentar schreiben

SwissCube1Seit acht Uhr einundvierzig hat die Schweiz einen Satellit. Endlich. Dringend, quasi. Der SwissCube ist allerdings nur ganz klein. Und die Schweizer haben es nicht einmal erfunden: Nordamerika hat sich ausgedacht, dass Studenten kleine Satelliten bauen und ins All schießen können. Klein heißt zehn Zentimeter Kantenlänge und höchstens ein Kilo Gewicht. Daran haben sich freilich Lausanner Studenten gehalten, wollten doch auch einmal einen Satelliten ins All schießen. Geschossen haben freilich nicht die Nordamerikaner, die hatten bis eben noch Ärger mit den Schweizern. (mehr…)

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Project Vista

13. September 2009 · Kommentar schreiben

Project VistaKeine Angst, rüste nicht auf Vista auf. Schreibe auch nichts über Softwareinstallationen, genügt ja, wenn das der Redaktor tut. Schreibe vielmehr über Codenamen, den hatte ja auch Vista. Longhorn. So heißt eine Bar zwischen den Bergen Whistler und Blackcomb im kanadischen British Columbia. Whistler Blackcomb sind die Codenamen von XP und Sieben. Auch, und ein Skigebiet. Dort jagen im nächsten Frühjahr Skifahrer nach bronzenen, silbernen und goldenen Medaillen. Biathleten ja auch, genießen vielleicht den Ausblick und Weitblick. Laut Merriam-Websters Wörterbuch heißt Vista Ausblick oder Weitblick.
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Pendler

27. August 2009 · Kommentar schreiben

Der Weg ist das Ziel. Ist eine Redensart. Die ist freilich vollkommener Quatsch. Nur das Ziel ist das Ziel, der Weg nervt. Trotz Buch und Blog. Zürcher Amaretti auch, Münchner Fleischpflanzerlsemmel, Schweizer Mineral. Wegzehrung, der Weg zehrt auch. Über sechs Stunden lang den Körper bewegen von Z nach G, bewegen lassen vielmehr. Vom Zug. Pendlerzug auch.

Pendler1Von Zürich nach Sankt Gallen, von München zur Laterne im oberbayerischen Huglfing. Pendeln die Pendler auf den Plätzen neben mir. Auf dem Weg von Zürich nach Garmisch-Patenkirchen. Pendeln auch Zürcher, Münchner. Münchner auch nach Huglfing. Dort hält freilich der Zug, an jeder Laterne, quasi. Stehen aber nicht viele Laternen an der Strecke zwischen München und Garmisch-Patenkirchen. Der Zug hält an jeder. Freilich auch in Oberau. Bin froh, nicht pendeln zu müssen. (mehr…)

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Zitat (24)

25. August 2009 · Kommentar schreiben

Als sie nach Flemington kamen, hatte das Gewitter aufgehört. Die Sonne brach durch die sich auflösenden Wolken, und das nasse Land erglänzte in jäher, fast übernatürlicher Klarheit. Die Bäume hoben sich schärfer vom Himmel ab, und selbst ihre Schatten schienen tiefer in den Boden gegraben, als wären ihre dunklen, komplizierten Umrisse mit der Präzision von Skalpellen dort hineingeschnitzt worden.

Vertippte mich zwei Mal, bei schärfer und bei hineingeschnitzt. Schlimm genug, das abzutippen, aus Paul Austers „Die Musik des Zufalls“. Frage mich, warum er nicht für uns aufschreibt, was er sieht. Er sah mehr als die brechende Sonne, übernatürliche Schönheit, scharfe Bäume, (mehr…)

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Überholspur

18. August 2009 · Kommentar schreiben

Schön, einmal wieder durchs Englische Viertel Zürichs zu fahren. Mit dem netten Tram, der Nummer fünfzehn. Sie fährt entlang an Häusern, die im neunzehnten Jahrhundert im englischen Stil erbaut wurden. Lese ich, hatte ich wohl so auch vermutet. Sehe ich freilich nicht, bin ja aber auch verwöhnt von London, den engen Häusern mit auf Putz verlegten Abflussrohren, windig verglasten Fenstern und der Souterrainwohnung unterhalb des Bürgersteigs. Trottoire auf Schweizerdeutsch, hörte ich. Entschuldigung. Lese allerdings ein Buch, sehe und höre nix. Auf der eine Minute kürzeren Fahrt durchs Englische Viertel zum Bahnhof Stadelhofen.
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Krematorium Sihlfeld

17. August 2009 · 1 Kommentar

Krematorium Sihlfeld1Ist ja auch langweilig, es sich immer vor dem Fenster bequem zu machen. An der frischen Luft, einer Brise salzigem Seeduft. Roch das ja auch vor einem Jahr noch nicht, kenne nun eine Steigerung von seeduftenden Handtüchern: seeduftende Kopfkissen. Auf dem schlief Marie Antoinette vor einem Jahr ein um die andere Nacht, wenn Müdigkeit mich umnachtete. An frühen Tagen. Die mit der Trambahnfahrt quer durch Zürich begannen. War an der zweiten Station schon nicht mehr in Zürich, sondern mit Marie Antoinette in Paris, in Temple. Die zweite Station ist Krematorium Seefeld. Hält heute dort das Tram, bin ich zurück bei Marie Antoinette in Paris, gleichgültig, welches Buch ich lese. Aber vor Heinar Kipphardts Buch „März“ und Woody Allens Buch „Ohne Leit kein Freud“ muss ich warnen. Bin ja gutherzig und geduldig, (mehr…)

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