Ich hätt’ ja von Zeit zu Zeit gern wen zum Gegenlesen, tatsächlich auch. Mal knapp einen Monat hier, da wird’s schwierig, die Arbeitslosenquote für Juli zu finden. Die gibt’s morgen auch nicht, Bundesfeiertag schön. Dringend, auch. Im Juni lag die Quote bei 2,3 Prozent, Abwärtstendenz — Vollbeschäftigung ist unter 3,0 Prozent. Schweizer.
Beiträge vom Juli 2008
Mitarbeiterin
31. Juli 2008 · 1 Kommentar
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grillieren
30. Juli 2008 · Kommentar schreiben
Rasenflächen am Zürichsee in Gefahr. Wegen der Einweggrills. Eine Tankstelle verkauft schon mal 16 Einweggrills an einem Wochenende. 16 Ausrufezeichen, an einem Wochenende. Parkanlagen verkohlt. Die Gratiszeitungen fragen allen Ernstes nach, ob die Einzelhändler rund um den See die Einweggrills freiwillig aus dem Sortiment nehmen. Nein. Die Stadt Zürich will der Überschrift zufolge gegen die Grills vorgehen. Im Text schweigt Zürich. Großer Schweizer Journalismus. Eine Million Mal gelesen. Wo die Schweizer doch so gern grillieren. Statt zu grillen. So lustig.
Parkieren können nicht nur Autofahrer, auch Festplatten parkieren Schreib-/Leseköpfe. Wurde ich korrigiert. Mit Parkierungshilfe vermutlich auch. Eingebaut in jeden Neuwagen, leichter Job für Werbetexter. [Strg]+[H] Parkhilfe durch Parkierungshilfe. Hoffentlich informiert sich hier nie ein deutscher Autokäufer über sein favorisiertes Modell. Und fragt nach der piepsenden Parkhilfe.
Grillieren geht im Businesshome nur auf der Dachterrasse. Und nur mit Strom, Feuergefahr bei Gas und Kohle. Angst. Gekauft haben wir einen ordinären Grill, elektronisch freilich. Keine Grillierungsapparatur.
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Tällibahn
29. Juli 2008 · 4 Kommentare
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Vertrag
29. Juli 2008 · Kommentar schreiben
Klimaanlagen sind heimtückisch. Lohnt es sich vielleicht sogar, die Jacke anzuziehen? Vor dem Bürohaus laufe ich gegen eine Wand. Eine warme. Die stand da, Luft. Keine Jacke. Marie Antoinette kam allein aus der Tasche. Zwei Rapperinnen wollten ihr die Show stehlen, sie blühte auf und die Mädels stiegen aus. Nur einen Blick für die Limmat, die anderen gehören den Buchstaben. Schon wieder Hubertus.
20 Minuten 20 Minuten. Pflichtlektüre, wenigstens einmal am Tag ein paar Wörter aus der Welt. Einen Monat ohne Fernsehen. Der zieht nicht mit, nach Zürich.
Buchstaben am Morgen, formell, der Betreff Willkommen und in Klammern der Einschub Sie dürfen auch nachfragen. Schmunzeln. Formular, Standard, der Vertrag. Unterschrieben, jetzt darf ich. Eben lag er noch unauffällig auf dem Schreibtisch, geschickt mit Priorität.
In Riemenböden spiegelt sich die Sonne. Krepppapier versperrt den Weg. Keinen Schritt, die dürfen glänzen. Holzfolienkleber sind Verbrecher. Hinter blauer Kunststofffolie weiße Küchenfronten, die Sicherheitsstange, damit der Herr Schroeder nicht in die Abfallgasse fällt. Kino auf der Wand gegenüber, Sessel in Küche und Dusche, Halsstarre auf der Designerkeramik. Die fehlt noch. Genau wie die Seifenschale, die ich nicht kaufen durfte. Die hätt’ ich längst. Montiert auf unsymmetrischen Fliesen. Vermutlich brauche ich keine Klimaanlage, ich habe Wände, dicke, warme.
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Regerstraße
28. Juli 2008 · Kommentar schreiben
Auf dem Quad über den Regerplatz, wie in der Kiesgrube. Zwillinge warten auf die Tram. Weiblich, ledig, jung, sucht. Auch tatsächlich, denke ich. Halbe Stunde Pause, Mars schmilzt in meinen Händen auf dem Weg vom Rosenheimer Platz. Dem letzten, Euro, Zigaretten und Zucker aus. Die fehlte für Löcher in den Wänden,
Lampen an den Decken und das Kellerverlies. Oder eins davon, realistisch. Eimer im Vordergrund, der Desktop leer. Großartige Kooperation mit den Saubermännern, unverhofftes Belegexemplar. Für den Isabellenspinner, Schmetterling. Hängt in Zürich in der Redaktorküche. Lappen fliegt an die Decke. Bin zu klein, Spinnenweben fangen auch im Flug. Löcher für die Leinwandharken bleiben offen, extra, soll auch etwas zu mosern geben. Belohnung in sechs Augenblicken im Nockherberg. Die Schlüssel bleiben in München.
Kein Marmor, diesmal Blei. Der Koffer, nett auch mit Rollen, müsste jede Sekunde bersten. Für das Gepäcknetz fehlt die Kraft, in Schweizer Zügen gibt’s Sitzzwischenräume. Keinen Zentimeter weiter, keine Treppenstufe mehr. Noch erspart mir die letzten der Fahrstuhl. Bald vierter Stock. Ohne Fahrstuhl. Hoffentlich kein Hindernis für Besucher. Willkommen. Ex-Münchener.
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Zwischenlager
27. Juli 2008 · 1 Kommentar
Ist fast ebenso gruselig wie meine erste Assoziation. Atommüll, werde ich korrigiert. Nach zwei Wochen ist das Zwischenlager erreicht. Umzug in Etappen. Keine Demonstranten am Wegesrand, nur willige Handlanger. Innerhalb von zwei Stunden war das Werk zweier Hände und eines Wochenendes im Transporter.
Durch acht Hände, Beine. Zehn beim Entladen, keine halbe Stunde. Die zweite fast eine Leerfahrt, zuversichtlich der Blick in die Zukunft. Gut stapeln heißt schnell fahren. Auch.
Im Zwischenlager steht alles kreuz und quer. Ort für Kulturgut, Oldtimer, eine Säge und eine Hobelbank. Nun Matratze im Viermannganzkörperkondom, Waschmaschine ohne Rollen, das Radl mit dem eigenen Zimmer. Davor das Bett aus dem hohen Norden. Schreibtischplatte, DVD-Regal und Schrankwänden droht die Kreissäge. Angst, vermutlich. Immerhin dürfen die dann mit. Nach Zürich. An den See. Freitag ist Feiertag.
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Wellengang
25. Juli 2008 · Kommentar schreiben
Das Boot schlingert, nicht nur auf dem See, sehe es sich winden. Kraus der Strom und die Gedanken, auf der Bahnhofsbrücke, in der Tram, dem Zug. Buch statt Zeitung, dabei die Zeit vergessen. Eine Stunde noch bis München. Dort gibt’s auch keine Zeit, dafür braucht’s kein Buch. Schnell hin, wieder weg. Gruseliger Abschied von acht Jahren. Wieder nur halb, kein danke an den Hausmeister. Übergabe an den Bevollmächtigten.
Fern das Plätschern, sanfte Schlagen. Wellengang. Bücher bis dahin ausgelesen, Brief noch immer nicht geschrieben. Bänke im Schilf, mit Gold nicht aufzuwiegen. Trauma vom tanzenden Bär vergessen, in Erfurt aus der Bücherei. Achtbettzimmer in Angst. Geschichte beim Anblick des wankenden Wantenwaldes. Im Wellengang. Zum Abschluss ist’s noch zu früh, gnadenlos realistisch schreibt der Hauptstädter. Wenn die Tage kürzer werden. Das wird kein Spaß. Nur für mich. Schreibstube im vierten Stock, am neuen Rechner, auf Schulpapier wie im Gefängnis, mit Bleistift, Härte HB. Worte aufs Papier streicheln, wie hart sie auch sind. Sie sind. Auch. Kein oder.
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Spiegel
24. Juli 2008 · 1 Kommentar
Die hatte neulich Geburtstag. Grüße per E-Mail, trotzdem Glückwunsch. Gestern ging kein Wind, die Limmat morgens und abends spiegelglatt. Jeden Tag reif fürs Touristenfoto, der Blick aus dem Tramwagonfenster. Auf der Bahnhofbrücke, St. Peter und Fraumünster thronen über den Dächern des Lindenhofquartiers. Ihre Türme spiegeln sich im Wasser, auf St. Peters Uhr liest selbst der Einäugige die Stunde ab. Ist Europas größtes Ziffernblatt, fast neun Meter. Nett auch so. Könnte farbig sein, wie die Chromachron, auch aus der Schweiz. Die ist schon hier, im Schrank. Nicht wegen der Nahtlosbräune.
In Hurghada war sie nicht, auch nicht wegen der Nahtlosbräune. Angst. Fotos habe ich dort nur vom Schrott gemacht. Auf der Terrasse des Nichtraucherhauses sieht’s ganz ähnlich aus. Spiegelblick in die Vergangenheit. Heute auch noch auflandiger Wind, Himmel blau. Die Stimmung ist hier besser, frühstücken mit den Russen. Grusel, aber nur in Hurghada. Hotelzimmer gehen gar nicht, beneide keinen, der hier dort wohnen muss. Bald. Platz zum Schlafen auf Riemenböden. Hinter dicken Mauern, warmen. Ganz nah am Wasser. Gebaut. Noch steht das Gerüst.
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Falco
23. Juli 2008 · 1 Kommentar
Böller krachen, Raketen steigen ins Blau. Der Hubschrauber kreist über dem Letzigrund. Fußballsommer in der Stadt. Geisterspiel, heute und in zwei Wochen. Krawalle beim Spiel in Basel, Feuerwerkskörper aus dem Gästeblock. Leider auch Idioten unter den kleinen Leuten. Die sind für den FCZ, nicht die Grasshoppers, die mit dem lustigen Namen, klären die Kollegen beim Kaffee auf. Kleine Leute sind sympathisch, Bonzen sollen durchs Gras hüpfen. Die Trikots sind beide grottig, immerhin blauweiss. Die Farben Zürichs.
FCZ ist Tabellenführer, der FCC Favorit. Schreiben die Kollegen. Die aus dem Osten freilich. Das neue Trikot ist auch grottig. Aber es gibt Bonbons in den Vereinsfarben. Ein langes Wochenende zu weit weg, dann fliessen halt Daten ins Paradies.
Vor 28 Jahren gab’s Krawalle in Zürich. Nicht wegen Fußball, aber im Sommer. Falco besingt in „Auf der Flucht“ das Ende der Krawalle. Danke, Dr. Aldi. Statt Geld für ein Jugendzentrum hatte Zürich nur Geld für den Opernhausumbau. Die kleinen Leute sind nicht erwähnt. Am Limmatquai und dem Seeufer brannten die Feuer. Vor der Haustür quasi.
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Langeweile
22. Juli 2008 · Kommentar schreiben
Trambahnfensterscheiben halten müde Arme. Darauf stützen sich Köpfe. In ihnen Augen, Blicke leer. Dabei gäb’s viel zu sehen an der Strecke. Stattdessen Langeweile. Am Hauptbahnhof fährt Tram 3 ein, noch warte ich auf sie. In jedem Fenster das gleiche Bild. Die Rahmen laden zum Abstützen ein. Breites Gummi, willkommen nach dem langen Tag. Auf mancher Tram 3 jubeln Fußballfans, die Arme und Köpfe strecken sich ins Fensterglas. Zürcher Müdigkeit hinter Geheimfavoriten. Oder Deutschen, auch.
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Schifffahrt
22. Juli 2008 · 1 Kommentar
Hopp und Schokolade im Einkaufskorb. Für die Kollegen und als Reiseproviant. Heut’ ist ein Tag, um in See zu stechen. Generalprobe mit der Tram, in neun Minuten daheim, bald. Nachbarschaft kennenlernen. Gegenüber des Schiffsanlegers steht die Bank, auf der ich das Glück fasste. SMS nach London und München. Dringend. Sonne strahlte, der Himmel lachte blau mit mir. Heute steht die rotgrüne Fahne mit vierblättrigem Kleeblatt im Wind. Naturgewalt streichelt die Limmat, die kräuselt sich vor Behagen.
An Bord nur mit einem Vierkant. Seegang erst auf dem See. Der bringt Glück, schon beim Panoramablick. Das Reiseproviant aus 99 Prozent Kakao ist bitter, braucht aber den Tag nicht mehr versüßen. Pünktlich zum Termin, auch um neun, trotz Wochenendstress. Keine Ruhe bis zum Mittagessen: Mein Bruder macht es mir wieder mal vor. Fünfzehn Tage und besser: Dachterrasse. Ich brauchte fast vier Jahre, um ihm ins Ausland zu folgen. Bald bin ich angekommen, hier. In Zürich. Er fährt auf Kurzurlaub. In Zürich.
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Pendlerzug
20. Juli 2008 · 1 Kommentar
Bahnsteige müssten immer nass sein. Taschentücher trocknen Abschiedstränen, Augen sehen Sehnsucht. Hinter Wagonfenstern und auf dem Bahnsteig. Tatsächlich nicht mehr, perfektes Timing. Nur fürs Wochenende bei den Lieben. Mit München Geburtstag feiern. Buckeln stattdessen, schier unendlich viele Kartons, Regalquadratmeter, Musik-CDs hinter Sideboardtüren. Drei nur, zweieinhalb. Eine Kiste zu schwer für einen Menschen, die Küche wiegt. Dabei war da gar nix drin. Offenbar doch. Zefix.
Sonntagabend fährt kein Münchner S-Bahn. Jeder zerrt Koffer, starrt leer. Geburtstagsgäste fluten den Zug am Marienplatz, da sitze ich schon, Hotel an der Donnersberger Brücke. Da bin ich längst weg, reserviert sitzen, bequem, mit ausgestreckten Beinen. Mitreisende in Jogginghose und Turnschuhen wie beim Überseeflug. Den See lassen wir zweimal rechts liegen. Dazwischen Zigaretten in Lindau. Marie Antoinette streitet sich mit dem Schweizer Zen-Jünger schräg gegenüber. Er gewinnt. Ich greife zu unfairen Mitteln: Zwei Blogs heute, internationale quasi. Unter der Isar statt über die Limmat. Die besten Ideen hab’ ich auf dem Wasser. Heute unter, auch. Marmor und Pendlerzug. Dabei langweilen Anne Clark und Lenny Kravitz, der Zen-Jünger gibt auf.
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Marmor
20. Juli 2008 · 1 Kommentar
Guten Tag, mein Name ist Schröder, ich handele mit Marmor. Chris scherzte früher, wenn wir gemeinsam nach Jena fuhren und er meine Reisetasche hob. Interrail trainiert, viel Gepäck in kleinem Stauraum. Wiegt halt. Kein Splitter Marmor. Was auch immer in der Tasche war, übers Wochenende meist. Immer noch einen Rucksack. Beim goldenen M in Frankfurt gab’s nur Big Mac. Eine andere Frage hatten die Restaurantchefs dieser Dame vom Tresenpersonal nicht gelernt. Gelernt ist thüringisch. Wollten wir aber gar nicht, der Rost am Johannistor brannte noch.
Umsteigen in Frankfurt. Wollte ich gar nicht, lieber den Lottogewinn, die Wahrscheinlichkeit war geringer. Im Zug nach Köln, der ist lang. Gleicher Wagon, zum Glück durch die Tür hinter meinem Rücken. Hässliche Schuhe, kurze Haare, Lieblingsplatz hinter der Glaswand. Im Nichtrauchergroßraumwagen. Im Profil. Zwei Menschen, die sich nicht treffen durften. Unter 82 Millionen. Dann doch umsteigen in Frankfurt, nur raus. Angst. Ein Blick zwischen Wagenstandanzeigern. In der Bahnhofshalle beruhigende Worte aus dem Handylautsprecher, aus Mündern im verbotenen Land. Zigarette statt Big Mac, keine Frage vom Tresenpersonal. Der nächste Zug fuhr mit mir nach Köln. Den Bahnsteig abgelaufen, nicht noch ein Hauptgewinn.
Wieder kein Splitter Marmor im Gepäck, Koffer auf Rollen sind was Praktisches. Für New York im Juni 2000. Schwer trotzdem, keine Rolltreppe ungefahren. Wünschte mir, ich könnte auch mal mit Papiertüte nach Zürich reisen. Fototasche würd’s auch tun. Dringend, auch.
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