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Spur (1)

23. November 2009 · Kommentar schreiben

Viel zu früh stand er auf, auch auf dem Platz. Am Ufer des Sees, kaum zwanzig Schritte trennten ihn vom Wasser. Kalten. Auf Pfählen schrien Möwen, auf Persennings auch. Für die Zigarre war es noch zu früh, für den Spaziergang am See nie. In salzigem Wind schwangen sich Möwen in die Luft, segelten. Segelten als einzige, Holzboote fest vertäut. Der Weg zurück zum Café gesäumt von Seglern. Von Laub, Ahornblättern, wirbelte um die Schuhe. Kaum drei Dutzend Schritte bis zum ersten Kaffee, in Sichtweite des verkuppelten weißen Baus. Drüben war noch alles still, hier öffnete sich die verglaste Tür. Kaffeeduft wärmte die fröstelnde Nase, Hand die warme Tasse. Nach zwei Schlucken schmeckte auch die Zigarre. Gemütliche zwei Stunden bis zum Beginn der Probe im Zürcher Stadttheater.
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Kriegsspiele

22. November 2009 · Kommentar schreiben

Schon auch unerhört, wie mit schönen Herzkarten umgegangen wird. Zählen gerade mal alle zusammen so viel wie die gruselige Pikdame. Spiele nur Hearts, kann bei Kriegsspielen nicht so mitreden, mitschreiben auch nicht. Lese, dass den Kriegsspielern humanitärer Umgang mit Gefangenen, Menschenrechten vermittelt werden sollte. Im Kriegsspiel freilich. Kann man schon auch mal fordern. Weiterlesen →

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Biervielfalt

21. November 2009 · Kommentar schreiben

Biervielfalt gibt’s freilich nur in der Schweiz. Die passende Gesellschaft jedenfalls: die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt. Die musste zuletzt einen herben Rückschlag hinnehmen. Paff. Die gruseligen ausländischen Biere werden häufiger und mehr getrunken als die Schweizer Biere. Verkneife mir das Adjektiv vor den Schweizer Bieren. Grusel. Acht von zehn in der Schweiz getrunkenen Bieren braute eine Schweizer Brauerei. Die anderen zwei brauten gruselige ausländische Brauereien. Dass zwölf der neunzehn Schweizer Brauereien auch gruseligen ausländischen Brauereien gehören, verschweigt die Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt freilich. Ist ja auch gruselig. Weiterlesen →

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Güselsack

19. November 2009 · Kommentar schreiben

Endlich sitzt er hinter Gittern. Quasi. Unbedingt verdient ist ja die Verurteilung, wegen skrupelloser Züri-Sack-Fälschung. Ausrufezeichen. Dem skrupellosen Handel mit gefälschten Züri-Säcken vielmehr. Nichts desto trotz Ausrufezeichen. Fälschte freilich nicht selbst. Malte keine blauen Buchstaben auf graue und nicht schöne weiße Züri-Säcke, zog auch keine andersfarbig blauen Bändel durch die grauen, nicht schönen weißen Bändelschlaufen. Benutze auch keinen dünnen Kunststoff, las ich, haben die Männer mit den großen Lupen nicht so gut hingeschaut. Trotz der großen Lupen, sahen sicher andere gruselige Dinge durch die großen Lupen. Wer weiß, Sahen aber auch keine schwachen Schweißnähte, wegen denen die gefälschten Züri-Säcke leichter reißen. Der Güsel auf schöne Fliesen fällt.

Fiel freilich nicht, auf schöne Fliesen in der Küche, im Treppenhaus auch nicht. Das Güsel, Schweizerdeutsch für Abfall. Güselsäcke statt Abfallsäcke, quasi. Beutel sagt der Hochdeutsche. Tönt aber auch ulkig, wenn der Hochdeutsche Sack sagt. Beim Züri-Sack nicht ganz so ulkig, kauft die aber auch nicht jede Woche. Besaß noch einen Vorrat an Züri-Säcken, als der Betrug aufflog. Weiterlesen →

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Zitat (27)

16. November 2009 · Kommentar schreiben

Aber ich existiere auch.
Auch. Du existierst auch, und ich habe dich mir auch ausgedacht. Auch ist ein gutes Wort, das man in Erinnerung behalten sollte. Du existierst auch nicht nur als du selbst.
Jetzt bestimmt nicht mehr.

Hätte nur dieses Buch früher lesen sollen, dann hätte ich vielleicht nicht achtzehn Jahre gezögert. Mit oder auch. Freilich vollkommener Quatsch, Weiterlesen →

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Umfrage

15. November 2009 · Kommentar schreiben

Möchte gern auch einmal gefragt werden zur Attraktivität von Ländern, dem politischen Klima, der touristischen Anziehungskraft, der Lebensqualität. Gut, würde vermutlich nicht so viele repräsentative Sätze sagen. Keinen: Italien? Gibt’s das nach dem Fußballsommer zweitausendsechs überhaupt noch? Nordamerika? Gibt’s doch erst seit einem Jahr wieder. Österreich? Dort wurde jemand ganz nettes geboren, er musste aber fliehen. Das ist ganz gruselig. Belgien? Die leckersten Pommes der Welt. Dänemark? Die machen die besten Ølvæksel der Welt. UmfrageDeutschland? Hui, schwierig. In einer kleinen Stadt weht immer der Wind, in einer großen der Föhn. Der eine manchmal so stürmisch, dass ich mich dagegen lehnen kann und nicht umfalle, der andere immer schön blau. Warm auch. Schweiz? Weiterlesen →

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Curry 36

14. November 2009 · 2 Kommentare

Curry361Gibt Internetseiten, die man nicht vor dem Mittagessen besuchen sollte. Hörte, dass das verheerende Folgen hatte, fast, freilich nur. Verletzte gab’s keine. Hatte nur die Internetseite verschickt, die gleich weitergeschickt wurde. Vor dem Mittagessen, ist ja auch garstig. Dabei ist’s gar nicht so superlecker. Lecker schon, ohne Vergleich vermutlich auch superlecker. Finden leider auch sehr viele Berliner, Touristen vermutlich auch. Ist ein geheimer Insidertipp im Reiseführer. Dahin verirren sich nur wenige Touristen, ist ja auch nicht ganz einfach zu finden. Mit dem Taxi freilich schon, das ist allerdings auch billig. Preiswert auch. Nachts auch, Touristen haben bis fünf Uhr Zeit. Oder frühstücken Currywurst. Um neun. Weiterlesen →

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Sitzkissen

12. November 2009 · Kommentar schreiben

SitzkissenGrüne Telefonhäuschen sind ganz gruselig. Kein oder, auch kein auch. Eins insbesondere, gibt hoffentlich nur eins. Wunschtraum, vermutlich. Das eine steht vor dem Haus der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands. Neuntausend. Auch ganz gruselig. Klein. Aber auch das Gemeindehaus ist ja klein. Am gleichen Ort stand die schöne große Synagoge, für hundertsechzigtausend Menschen, auch. Bis zum neunten November neunzehnhundertachtunddreißig. Gegenüber stand ein Hotel, dessen Besitzer gingen auch in die Synagoge. Waren vermutlich froh, Weiterlesen →

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Schuppen

11. November 2009 · Kommentar schreiben

Schuppen1Der Redaktor ist freilich dankbar für einen Schlafplatz. Im Schuppen, Fünfsterneschuppen, in dem Fall. Hätte auch gerne in einem Viersterneschuppen genächtigt, drei auch. Oder auch zwei. Einem. Nächtigte freilich nicht im Bett mit Frotteebettvorleger. Auf den Kopfkissen mit Wettervorhersagekarte und Zimmerfrühstücksbestellanhänger auch nicht. Ging aber auch nicht mit eingeschweißten Frotteeschuhen über tiefe Zimmerteppiche, Flurteppiche. Nahm immerhin einmal die Fernsteuerung zur Hand. Um das Schröder-Fernsehprogramm abzuschalten. Einmal reicht ja auch, die schwarze Mattscheibe ist ja auch ganz dekorativ. Nimmt aber viel Platz weg. Dort könnten besser schöne Kleider von der Deutschen Bank liegen, schwarze, auch.
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Herbstlaub

7. November 2009 · Kommentar schreiben

Herbstlaub1Freue mich schon aufs Frühlingslaub nach dem vielen Herbstlaub. Neunhundert Tonnen in Zürich. Angeblich. Die Blätter werden gereinigt und dann kompostiert. Auch angeblich. Ist dann wohl günstiger, die Blätter mit dem Wischfahrzeug aufzuwischen, das mit der eingebauten Blätterwaschanlage. Vermutlich auch. Weiche Schwämme waschen Blätter ab, mit Wasser und etwas Seife. Biologisch abbaubar, auch vermutlich. Dann bläst ein Fön jedes Blatt trocken, glättet es, damit es nicht so viel Platz braucht. Bei neunhundert Tonnen. Auf vierundvierzig Quadratkilometern grünem Zürich.

Derzeit freilich nicht mehr, braun, verästelt. Immerhin nicht schwarz, auch der Boden nicht. Das geteerte Trottoir, Schweizerdeutsch für Bürgersteig. Französisch vielmehr. Auch. Überall geteert, nun geht sich’s bequem auf dem laubbedeckten Teer. Weiterlesen →

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Apple

5. November 2009 · Kommentar schreiben

Fiel freilich nicht auf die Firma namens Apfel herein, als ich den vermutlich teuersten Apfel meines Lebens kaufte. Gab die ominöse Firma Apfel noch gar nicht, als vier lustige Musikanten die Firma Apfel gründeten. Mit Hilfe des Apfels sollten Musiker Musik machen können, davon leben auch. Filmemacher Filme machen auch. Auch davon leben, freilich. Nicht nur von Granny Smith. Nur Obst ist ja auch ungesund. Obwohl Äpfel ja schon lecker sind, Granny Smith auch. Gibt dreissig tausend Leckerbissen für Musikliebhaber.
Apple
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Dosen

4. November 2009 · 1 Kommentar

DosenDie Schweizer waren auf Großeinkauf, kauften dreizehn Millionen Dosen. Freilich keine Ravioli oder Königsberger Klopse, wären aber lecker gewesen. Hätte vielleicht ja sogar eine abbekommen. Aber die Dosen will ich gar nicht, sind nicht lecker. Dreizehn Millionen Dosen Impfstoff. Für sieben Komma sieben Millionen Schweizer. Könnte auch ein Nichtschweizer Dosen brauchen, wenn er nicht in seinem Haus geblieben ist. Wenn sie oder er mehrere Grippesymptome spüren. Ja noch einen Tag, nachdem das Fieber vollständig abgeklungen ist. Mindestens. Unbedingt auch. Im schönen Haus mit Dreiecksgiebel. Ein Bewohner hat den Test gemacht. Weiterlesen →

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Revanche (3)

31. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Revanche3Nahm noch einmal Revanche, nach der missglückten Revanche (2). War je keine richtige Revanche, diesmal schon. Mehr als die Ladefläche des Umzugswagens bedeckt, mehr als acht Arme trugen Kisten, den Schrank, das Sofa, Benno freilich, den nicht benutzen Staubsauger drei Stockwerke treppab. Füllten die Ladefläche, den Stauraum bis unters Dach, zwölf Arme trugen keine Kiste, keinen Schrank, kein Sofa, keinen Benno freilich, keinen nicht benutzten Staubsauger vier Stockwerke treppauf. Der Aufzug trug. Der fuhr nur, wenn jemand mitfuhr. Egoistischer Aufzug, quasi, fährt nicht allein. Dabei fährt er ja auch ohne jemand nicht allein, Kisten wären mitgefahren, ein Schrank, ein Sofa, Benno freilich, ein nicht benutzter Staubsauger. Schlechte Gesellschaft verglichen mit der Zügelitruppe.
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