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Sitzkissen

12. November 2009 · Kommentar schreiben

SitzkissenGrüne Telefonhäuschen sind ganz gruselig. Kein oder, auch kein auch. Eins insbesondere, gibt hoffentlich nur eins. Wunschtraum, vermutlich. Das eine steht vor dem Haus der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands. Neuntausend. Auch ganz gruselig. Klein. Aber auch das Gemeindehaus ist ja klein. Am gleichen Ort stand die schöne große Synagoge, für hundertsechzigtausend Menschen, auch. Bis zum neunten November neunzehnhundertachtunddreißig. Gegenüber stand ein Hotel, dessen Besitzer gingen auch in die Synagoge. Waren vermutlich froh, Weiterlesen →

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Schuppen

11. November 2009 · Kommentar schreiben

Schuppen1Der Redaktor ist freilich dankbar für einen Schlafplatz. Im Schuppen, Fünfsterneschuppen, in dem Fall. Hätte auch gerne in einem Viersterneschuppen genächtigt, drei auch. Oder auch zwei. Einem. Nächtigte freilich nicht im Bett mit Frotteebettvorleger. Auf den Kopfkissen mit Wettervorhersagekarte und Zimmerfrühstücksbestellanhänger auch nicht. Ging aber auch nicht mit eingeschweißten Frotteeschuhen über tiefe Zimmerteppiche, Flurteppiche. Nahm immerhin einmal die Fernsteuerung zur Hand. Um das Schröder-Fernsehprogramm abzuschalten. Einmal reicht ja auch, die schwarze Mattscheibe ist ja auch ganz dekorativ. Nimmt aber viel Platz weg. Dort könnten besser schöne Kleider von der Deutschen Bank liegen, schwarze, auch.
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Herbstlaub

7. November 2009 · Kommentar schreiben

Herbstlaub1Freue mich schon aufs Frühlingslaub nach dem vielen Herbstlaub. Neunhundert Tonnen in Zürich. Angeblich. Die Blätter werden gereinigt und dann kompostiert. Auch angeblich. Ist dann wohl günstiger, die Blätter mit dem Wischfahrzeug aufzuwischen, das mit der eingebauten Blätterwaschanlage. Vermutlich auch. Weiche Schwämme waschen Blätter ab, mit Wasser und etwas Seife. Biologisch abbaubar, auch vermutlich. Dann bläst ein Fön jedes Blatt trocken, glättet es, damit es nicht so viel Platz braucht. Bei neunhundert Tonnen. Auf vierundvierzig Quadratkilometern grünem Zürich.

Derzeit freilich nicht mehr, braun, verästelt. Immerhin nicht schwarz, auch der Boden nicht. Das geteerte Trottoir, Schweizerdeutsch für Bürgersteig. Französisch vielmehr. Auch. Überall geteert, nun geht sich’s bequem auf dem laubbedeckten Teer. Weiterlesen →

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Apple

5. November 2009 · Kommentar schreiben

Fiel freilich nicht auf die Firma namens Apfel herein, als ich den vermutlich teuersten Apfel meines Lebens kaufte. Gab die ominöse Firma Apfel noch gar nicht, als vier lustige Musikanten die Firma Apfel gründeten. Mit Hilfe des Apfels sollten Musiker Musik machen können, davon leben auch. Filmemacher Filme machen auch. Auch davon leben, freilich. Nicht nur von Granny Smith. Nur Obst ist ja auch ungesund. Obwohl Äpfel ja schon lecker sind, Granny Smith auch. Gibt dreissig tausend Leckerbissen für Musikliebhaber.
Apple
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Dosen

4. November 2009 · 1 Kommentar

DosenDie Schweizer waren auf Großeinkauf, kauften dreizehn Millionen Dosen. Freilich keine Ravioli oder Königsberger Klopse, wären aber lecker gewesen. Hätte vielleicht ja sogar eine abbekommen. Aber die Dosen will ich gar nicht, sind nicht lecker. Dreizehn Millionen Dosen Impfstoff. Für sieben Komma sieben Millionen Schweizer. Könnte auch ein Nichtschweizer Dosen brauchen, wenn er nicht in seinem Haus geblieben ist. Wenn sie oder er mehrere Grippesymptome spüren. Ja noch einen Tag, nachdem das Fieber vollständig abgeklungen ist. Mindestens. Unbedingt auch. Im schönen Haus mit Dreiecksgiebel. Ein Bewohner hat den Test gemacht. Weiterlesen →

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Revanche (3)

31. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Revanche3Nahm noch einmal Revanche, nach der missglückten Revanche (2). War je keine richtige Revanche, diesmal schon. Mehr als die Ladefläche des Umzugswagens bedeckt, mehr als acht Arme trugen Kisten, den Schrank, das Sofa, Benno freilich, den nicht benutzen Staubsauger drei Stockwerke treppab. Füllten die Ladefläche, den Stauraum bis unters Dach, zwölf Arme trugen keine Kiste, keinen Schrank, kein Sofa, keinen Benno freilich, keinen nicht benutzten Staubsauger vier Stockwerke treppauf. Der Aufzug trug. Der fuhr nur, wenn jemand mitfuhr. Egoistischer Aufzug, quasi, fährt nicht allein. Dabei fährt er ja auch ohne jemand nicht allein, Kisten wären mitgefahren, ein Schrank, ein Sofa, Benno freilich, ein nicht benutzter Staubsauger. Schlechte Gesellschaft verglichen mit der Zügelitruppe.
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Modellbausatz

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Modellbausatz1Baute früher auch Modellbausätze. Erst Flugzeuge, Kriegsflugzeuge auch. Dann Schiffe, Kriegsschiffe auch. Beide gruselig: das Segelschiff strich ich mit einer fluoreszierenden Farbe ein, stellte es unter die Schreibtischlampe und knipste sie an. Abends leuchtete dann das Segelschiff, ein Piratenschiff freilich, grün im Dunkeln. Ein grünes Schiffsskelett. Grusel. Grusel auch heute, denn die „Jolly Roger“ gibt es noch. Das gruselige Schlachtschiff „Tirpitz“ auch noch, das baute ich nie zu Ende. Der für das Tarnmuster mit Klebefilm beklebte Rumpf landete im Mülleimer. Da gehören Kriegsschiffe ja auch hin. Schlachtschiffe unbedingt auch. Erst recht solche mit rotweißschwarzer Flagge. Mit einem weißen Kreis.
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Auftragspauschale

29. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Auftragspauschale1Von Dezember an wird es richtig teuer, mein Blog zu lesen. Dachte so an vier Franken pro Abruf. Schreibe dann jeden Tag einen Text über eine Zugverbindung ins Ausland. Schreibe, wo Reisende umsteigen müssen, um dort und da hin zu gelangen, wie viel Rabatt das Halbtaxabo bringt oder wie nett die Schaffner sind. Freilich für die Hin- und Rückfahrt beliebig vieler Reisender. Mit Zwischenstopps meinetwegen auch. Bestelle notfalls auch das Billet. Für vier Franken, find’s ganz schön billig. Die Schweizerischen Bundesbahnen verlangen fünf. Pro Person, freilich. Denn der Verkauf von internationalen Billetten mit persönlicher Beratung ist nicht kostendeckend.

Las ich schon einmal, bei der gruseligen Deutschen Bahn. Die wollte eine Schaltergebühr, auch Bedienzuschlag genannt. Weiterlesen →

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Benzin-Boykott

27. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Da mache ich freilich mit. Unbedingt, Benzin muss boykottiert werden. Ausrufezeichen. Freilich unbedingt auch, wenn das Benzin aus dem gruseligen Libyen stammt. Rohöl vielmehr. In Libyen geben Väter ihren Söhnen so gruselige Namen wie Hannibal und wundern sich dann, wenn ihre Söhne verhaftet werden. Nur weil sie mutmasslich mal eine Haushälterin misshandelt haben. In einem Staat fernab von Libyen, freilich, sonst könnte ich ja gar nix drüber schreiben. Freilich auch ein gruseliger Staat, der einfach Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Lebe schon in Angst, quasi, weil ich nach einer Währung benannt wurde. Aber ja zu meinem Glück nicht nach der Währung des Staates, der mir nichts, dir nichts Söhne von Vätern, die ihre Söhne Hannibal nennen, verhaftet. Müsste in der Währung Benzin bezahlen – aber das boykottiere ich ja. Quasi, unbedingt. Benzin-BoykottSofort, freilich auch. Würde freilich auch unbedingt und sofort einen Aufkleber kaufen, wenn ich Benzin kaufen würde. Im Staat… na ja, weißt schon, der mit dem Hannibal. Grusel. Der Aufkleber kostet viel Geld. Weiterlesen →

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Bärengraben

25. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Baerengraben1Endlich haben die Bären ein Freibad. Pünktlich zur Winterzeit. Wurde aber auch Zeit, nach fünf Jahren Warten, sich verkriechen in gruseligen grauen Betonklötzen, beglotzt von Touristen. Die standen oben an der grauen gruseligen Mauer und glotzten. Konnten hinterher immerhin ein Bad in der Aare nehmen. Oder auch in Bier trinken, selbstgebraut, im schönen Alten Tramdepot. Dann sich in die Sonne legen, auf der grünen Wiese, wenn sie der Kran, die Bauzäune und der Baulärm nicht störte. Bären mussten im gruselig grauen Bärengraben liegen. Wandern, immer im Kreis herum. Rund um die Uhr den Baulärm ertragen, den glotzenden Kranführer ja auch noch. Nun nicht mehr, endlich.
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Fahrzeugfahndung

24. Oktober 2009 · 1 Kommentar

Winterthur ist freilich immer eine Reise wert. Insbesondere für einen Buchtipp von einem Winterthurer, wenn Winterthurer Buchhändler das Buch auch verkaufen. Mir. Der Buchtipp war Jeremias Gotthelfs „Meistererzählungen“, „Die schwarze Spinne“ vielmehr. Kostet in Winterthur allerdings doppelt so viele Franken wie Euros im schönen München. Wird ja aber auch von dem Kritiker „eine der größten Novellen in deutscher Sprache“ genannt. Las auch die größte, die gab’s nicht in Winterthur.

Fahrzeugfahndung1Dafür gibt’s Kurzparkzonen für Radfahrer in Winterthur. Reiste freilich nicht mit dem Rad nach Winterthur. Velo auf Schweizerdeutsch. Schlicht mit der Bahn, im schönen ersten Stock. Dort liest es sich ja gut, lange, auf der langen Reise nach Winterthur. Veloreisende müssen sich ja eilen, haben sie ihr Velo am Bahnhofplatz an der Ecke Turner-Strasse parkiert. Dort wird das Velo nach dreißig Minuten durch große Lupen beäugt. Freilich von den Männern mit den großen Lupen. An der Stadthausstrasse ja erst nach zwei Tagen. Weiterlesen →

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Uppsala

23. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Glaube nicht an Zufälle, irgendwie tatsächlich. Las in der Zeitung von Uppsala. Dachte Uppsala. Es gibt keine Zufälle, Glück aber schon. Zum Glück. Tatsächlichirgendwie.

Der Dom in UppsalaIn Uppsala tagte die Synode der Schwedischen Kirche. Unternahm einmal einen Ausflug nach Schweden. Fuhr freilich nie nach Uppsala, Schweden. Fuhr aber auch nie nach Tirol. Bin reich, trotzdem schon beide Orte bereist zu haben. Ging barfuß über weiches grünes Moos, beschuht über hellbraune staubige Feldwege. Blickte zum immerblauen Himmel auf, die Sonne stach ins Auge. Sie lachte einerorts, andernorts höhnte sie unbarmherzig, auf mich hernieder. Auf Wege auch, die bitte nie enden. Schöne moosige, entlang des spiegelglatten Sees, in dem Schilf wächst, getränkt. Im See, in dem die Sonne ihr Lachen probierte, Weiterlesen →

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Törtchen

21. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Alle Welt schreibt über zwei Schokoriegel, die mal Räuber hießen und demnächst wieder heißen. Oder schon heißen, hätte heute aber Schokoriegel mit einem anderen Namen kaufen können. Freilich ist Räuber ein gruseliger Name für einen Schokoriegel, zwei vielmehr. Immerhin mussten die Räuber nie alleine durch die Lande ziehen, wenn sie ein heimeliger Lebensmittelladen auf dem Dorf verkaufen wollte. Immer waren sie zu zwei. Allein, heute, zu Eis erstarrt. Aber dann sind es ja auch keine Räuber mehr, oder Inkognito, quasi. Hießen nur im nicht englischsprachigen Ländern Räuber. Vor sechzehn Jahren beraubte ein wichtiger Geschäftsmann sie ihrer Identität, Schokoladenriegelessern ihrer Lieblingsspeise. Fanden sie gar nicht lustig, der Geschäftsmann sicher schon, denn er konnte nun für mehr Geld in die Ferien fliegen. Musste ja dort auch nicht die Räuber essen. Die stecken nun wieder in Automaten, liegen in Auslagen. In Zürich vermutlich auch. Als Geburtstagsgeschenk für die Schokoladenriegelesser.

ToertchenBekam auch einmal ein Geburtstagsgeschenk, das gibt’s heute auch nicht mehr. Allerdings ist der Geburtstag auch schon einen Moment her. Bekam eine ganze Torte geschenkt, Törtchen vielmehr. Erinnere allerdings nicht mehr, ob es Karamell oder Schokolade war. War aber lecker, die Kerze darauf brannte. Weiterlesen →

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